Nah am Puck bleiben - Interview mit Igor Miladinovic

Die Fähigkeit, sich an rasch wechselnde Gegebenheiten zu adaptieren, ist nicht unbedingt des Menschen hervorstechendste Eigenschaft. Die digitale Transformation fordert aber genau das.

Sie haben die Aufgabe in der Lehre die digitale Marschrichtung zu künftigen Entwicklungen vorherzusehen – wie lehren Sie heute was morgen passiert?

Ich vergleiche das gerne mit einem Eishockey-Spiel. Der/die SpielerIn muss dorthin laufen, wo der Puck sein wird. Auf die Lehre in meinem Studiengang IT und Telekommunikation angewandt bedeutet das, dass wir heute vorbereitet sein müssen, die Technologien und Systeme von morgen zu verstehen.  Dafür ist eine fundierte Basis unabdingbar und diese ist – das muss man sagen dürfen – größtenteils technischer Natur. Es ist ein Informatik-Studium, das eine Spezialisierung, aber auch eine nach dem „Helikopter-Prinzip“ verstandene umfassende Sicht auf die Materie braucht. Gekoppelt mit Soft-Skills und Projektmanagement-Know-how wird das Verständnis für die Systeme, die uns morgen umgeben werden, erlangt.

Igor Miladinovic im Gespräch

Was verändert sich im IT-Bereich gerade am meisten? Stichwort Cloud, Big Data und Industrie 4.0?

Durch die Digitalisierung und die Vernetzung/Konnektivität von mehreren Gegenständen (Stichwort Internet of Things) und Menschen, mit dem Ziel unser Leben automatischer und einfacher zu machen, verändert sich der IT-Bereich schnell und nachhaltig. Die Symbiose zwischen IT und anderen Bereichen ist für mich die größte Veränderung. Nehmen wir als Beispiel die Augmented Reality. Im Gegensatz zur Virtual Reality können damit in eine reale Umgebung digitale Objekte nahtlos eingefügt werden. Damit entstehen unendliche Möglichkeiten, die für die Automotive-Branche, die Bauindustrie und das Gesundheitswesen quantensprungartige Verbesserungen versprechen.

Sie haben an der TU studiert und lehren jetzt an der FH Campus Wien. Wie unterschiedlich sind die Lehrinhalte? Wer ist an einer Fachhochschule besser aufgehoben?

Die Grundlagen-Lehrinhalte sind an der TU Wien stärker vertreten und an der FH Campus Wien liegt der Fokus an angewandten Lehrinhalten. Damit bietet TU Wien gute Voraussetzungen für eine spätere Tätigkeit in der Forschung, während die FH Campus Wien mehr auf Kenntnissen aufbaut, die sofort in der Industrie einsetzbar sind. Im Allgemeinen sind die Personen, die ein praxisorientiertes Studium haben wollen oder ohnehin schon berufstätig sind, an einer Fachhochschule besser aufgehoben.

Igor Miladinovic PH.D studierte Elektrotechnik und Kommunikationsnetze an der TU Wien. Er arbeitete über zehn Jahre für Alcatel-Lucent Austria, zuletzt in der Funktion Head of IP Platforms Customer Engineering Central Europe and CIS. Seit August 2016 hat er die Leitung des Bachelorstudiums Computer Science and Digital Communications (damals Informationstechnologien und Telekommunikation) an der FH Campus Wien inne.


Studiengänge

Computer Science and Digital Communications

Bachelorstudium, berufsbegleitend

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Computer Science and Digital Communications

Bachelorstudium, Vollzeit

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IT-Security

Masterstudium, berufsbegleitend

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