News vom 11.11.2019

Es ist immer eine Frage der Ressourcen

Martin Aichholzer, Masterstudiengangsleiter Architektur – Green Building als einer von rund 1.000 Vordenker*innen und Innovator*innen aus aller Welt Anfang Oktober bei der Internationalen Passivhaustagung 2019 in China

Hochhäuser in China

Passivhaus – weltweit!

Erstmals traf sich die internationale Passivhausszene zur jährlichen Tagung außerhalb von Europa, im chinesischen Gaobeidian, rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Peking. Die Stadt Gaobeidian setzt in Sachen Passivhaus-Standards einen Meilenstein, denn hier entsteht derzeit die größte Passivhaus-Siedlung der Welt. Die Bahnstadt Gaobeidian, wie die Siedlung in Anlehnung an die Passivhaus-Siedlung Bahnstadt in Heidelberg benannt ist, wird mehr als 20 Hochhäuser sowie mehrere Mehrfamilienhäuser beheimaten. In Vorträgen, Workshops Exkursionen tauschten Expert*innen ihre Erfahrungen aus und stellen neueste Passivhaus-Entwicklungen vor.

Geballte österreichische Kompetenz beim Austria Workshop

Österreich gilt weltweit als einer der Technologieführer im Passivhausbereich und ökologische Innovationen, die eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen, sind international geschätzt.
Im Austria Workshop, einer eigenen Vortragsreihe, präsentierte auch Martin Aichholzer, Masterstudiengangsleiter Architektur – Green Building seine Erkenntnisse. Er betonte, dass zwar mit den Passivhausstandards schon viel im Sinne der Ressourcenschonung erreicht wurde, der große ökologische Fußabdruck postindustrieller Staaten aber deutlich macht, auf weitere Reduzierung des Ressourcenverbrauchs in der Bauwirtschaft zu drängen. Denn Neubauten werden immer noch mit Baumaterialien gebaut, die weder erneuerbar noch leicht zu recyceln sind. Auch der Planungs- und Bauprozess findet weitgehend vor Ort statt. In seinem Vortrag zeigte Aichholzer viele Ansätze zur Steigerung der Industrialisierungsprozesse im Bausektor, die sehr stark mit den Nachhaltigkeitszielen übereinstimmen.

Konkretes Beispiel „Haus des Lernens“ in St. Pölten

Wie Ressourcenschonung konkret erzielt werden kann, erklärte Martin Aichholzer am Beispiel „Haus des Lernens“ in St. Pölten, für das er als Architekt verantwortlich zeichnet. Dieses punktet mit reduziertem Energieverbrauch, bauökologischen und -biologischen Materialaspekten sowie flexibler Nutzbarkeit. Beispielsweise wurde auf Holz als primären Konstruktionsbaustoff gesetzt oder bei den verwendeten Baustoffen eine maximale Entfernung aller beteiligten Gewerke von 200 km eingehalten.

„Es ist beachtlich, bei allen Problemen die ein so großes Land in seiner Entwicklung lösen muss, wie schnell, umfassend und konsequent das Thema Nachhaltigkeit zumindest in diesem Bereich von China angegangen wird“, nimmt Aichholzer von der internationalen Passivhaustagung als Conclusio mit.