EduDemAkut

Forschungslaufzeit: Oktober 2017 bis Juni 2019 

Demenz ist zunehmend auch im Akutkrankenhaus eine für Pflegende oftmals als belastend erlebte Begleitdiagnose. Unterschiedliche deutschsprachige Studien (vgl. Mayer et al. 2015; Robert Bosch Stiftung 2016) gehen davon aus, dass derzeit fast die Hälfte aller über 65-jähigen PatientInnen im Akutkrankenhaus eine kognitive Einschränkung (als messbarer korrelativer Indikator von Demenz) aufweisen. In vielen Fällen wird Demenz von psychischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten wie zielloses Herumwandern, Aggressivität, Schreien und Apathie begleitet; ein Verhalten für das sich der Begriff "herausforderndes Verhalten" definiert hat und das vom Pflegepersonal mitunter als sehr belastend erlebt wird. 

Bisher lässt sich anhand zahlreicher Studien (für eine Zusammenfassung vgl. Hazelhof et al. 2014) zeigen, dass Schulungen zum Umgang mit Demenz insgesamt einen positiven Einfluss auf das Pflegepersonal haben. Dieser Einfluss zeigt sich vor allem in einem Zuwachs an Wissen um Demenz und Managementskills bei Demenz. Die wissenschaftliche Evidenz für eine psychische Entlastung des Pflegepersonals durch diesbezügliche Schulungen ist bisher jedoch gering. Gerade im Kontext hoher Burn Out Raten innerhalb der Gesundheitsberufe gilt es bei der Umsetzung von Schulungen konsequent mitzudenken, ob eine Schulung neben der gewünschten Erhöhung der Pflegequalität auch dazu beitragen kann, das Pflegepersonal zu entlasten. In Absprache mit dem Sozialmedizinischen Zentrum Ost- Donauspital wird daher von Lehrenden des FH Campus Wien Kooperationsstudienstandortes SZO ein Schulungskonzept zum "bedürfnisorientierten Umgang mit herausfordernden Verhalten bei dementiellen Erkrankungen" ausgearbeitet und begleitend evaluiert. Die wissenschaftliche Begleitevaluation soll Evidenzgrundlage über das Potential der Schulung für einen Wissens- und Kompetenzzuwachs, für eine Verbesserung  der  Grundeinstellung zu PatientInnen mit Demenz und für eine psychischen Entlastung des Pflegepersonal herstellen.

Forschungsziele

  • Ziel dieses Forschungsprojektes ist eine Schulung zu konzipieren, die neben einer Erhöhung der Pflegequalität auch zur psychischen Entlastung der Pflegepersonen im Kontext der Betreuung von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus beiträgt. 
  • Anhand der Ergebnisse der Begleitevaluation soll eine wissenschaftliche Evidenz  für den Einsatz bzw. eventuell notwendige Modifikationen der konzipierten Schulung erstellt werden. 

Kooperationspartner*innen bzw. Auftraggeber*innen

Forschungsfeld (bis 31. Juli 2020)

Research in Health Promotion and Prevention in Health Care and Nursing

Evaluation Research in Health Care and Nursing

Seit 1. August 2020 lösen fünf interdisziplinäre Forschungsbereiche geltenden Forschungsfelder ab.

Projektleitung

Mag.a Dr.in Gerlinde Rebitzer
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Projektteam

Mag. Dr. Oliver Radinger
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Mag.a Astrid Austerer
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Anna-Maria Schille, MPH 
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Mag.a Martina Hiemetzberger 
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Schulungsteam

Ingrid Fischer, MSc. 
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Michael Glotter, Bsc.
(Kooperationsstudienstandort SZO)

Brigitte Zinner-Wanggo, MSc. 
(Kooperationsstudienstandort SZO)


Studiengang

Bachelor

Gesundheits- und Krankenpflege

Vollzeit