Interview mit Sarah Hackl

© Privat

Wie sind sie auf das Programm "SchülerInnen an die Hochschulen" gekommen?

Ich habe über die Organisation "Travel Works" ein halbes Jahr an einem SchülerInnenaustauschprogramm in Queensland, Australien teilgenommen und Schule dort sehr positiv erlebt. Anders als in Österreich sind in den Senior-Jahrgängen nur Englisch und Mathematik fixe Fächer, andere kann man sich nach seinen persönlichen Stärken und Talenten aussuchen. Ich entschied mich für Biologie, Meeresbiologie, Italienisch und Fotografie. In Australien habe ich erfahren, dass es dort die Möglichkeit gibt, schon während der Schulzeit erste Lehrveranstaltungen an der Universität zu besuchen. Zurück in Österreich bin ich durch Recherche auf das Programm "SchülerInnen an die Hochschulen" gestoßen. Die Aussicht darauf hat mir die Rückkehr etwas erleichtert, denn den australischen Zugang zu Schule habe ich sehr vermisst.

Wie schwierig war es, die Teilnahme mit der Schule abzustimmen?

Der Direktor meiner Schule hat mich sehr unterstützt. Ich versäume zwei bis drei Mal pro Woche ein paar Stunden Unterricht und achte darauf, dass ich keine Tests und Schularbeiten versäume.

War es wichtig für Sie, ob sie an einer Universität oder Fachhochschule studieren?

Nein, ich wollte ein Studium mit Schwerpunkt Biologie studieren. Die Studienrichtung Biologie an der Universität Wien zu besuchen, ist im Rahmen dieses Programms nicht möglich.

Seit wann interessieren Sie sich für Biologie?

Seit der Volksschule. Meine Mutter hat Genetik und Biochemie studiert, aber das hat mich nicht beeinflusst.

Was finden Sie an der Molekularen Biotechnologie spannend?

Ich beschäftige mich gerne mit Zellen, Organismen und ihren Nutzungsmöglichkeiten für den Menschen und möchte Krankheitsursachen erforschen. Es ist mir auch wichtig, praktisch im Labor zu arbeiten und biotechnologische Methoden zu erlernen.

Waren Sie schon einmal davor an einer Hochschule oder in einem Labor?

Ich habe sechs Jahre die Kinderuni Wien besucht und nehme regelmäßig an Veranstaltungen im Vienna Open Lab teil, zuletzt "Kein Tatort ohne DNA - Genetischer Fingerabdruck".

Wie haben Sie sich den Besuch der FH Campus Wien dann organisiert?

Ich habe mich am Österreichischen Zentrum für Begabtenförderung und Begabtenforschung angemeldet, mit verschiedenen ProfessorInnen und DozentInnen gesprochen und dann die Studiengangsleiterin des Bachelorstudiums Molekulare Biotechnologie FH-Prof.in Mag.a Dr.in Bea Kuen-Krismer kontaktiert. Sie hat mit mir jeweils zu Semesterbeginn meinen Studienplan so zusammengestellt, dass er meinen Interessen entsprach und von meinen Vorkenntnissen und vom schulischen Zeitplan her machbar war. Meine Eltern haben mich von Anfang an sehr unterstützt.

Wie sind ihre Erfahrungen bisher mit dem Programm "SchülerInnen an die Hochschule"? Inwiefern profitieren Sie?

Der Besuch der FH hat mein fachliches Interesse noch verstärkt. Allerdings ist er auch mit einigem Aufwand verbunden. Abgesehen von der Anwesenheit an der FH, brauche ich eine Stunde, um zum Campus Vienna Biocenter zu kommen und bereite mich intensiv auf jede Prüfung vor. Ich denke, ich bin selbstbewusster und selbstständiger geworden. Die Studierenden sind nett und hilfsbereit, ich werde von der Studiengangsleiterin und den Lehrenden sehr unterstützt, aber ich habe auch gelernt, mir Wissen selbst zu erarbeiten.

Hilft es Ihnen bei der Entscheidung, was sie studieren oder beruflich machen möchten?

Ja, es bestätigt mich. Ich werde wahrscheinlich das Studium der Molekularen Biotechnologie fortsetzen. Im Moment interessiere ich mich für die Forschung und würde gerne Teile des Studiums im Ausland absolvieren.

Was würden Sie Gleichaltrigen empfehlen?

Man sollte seine Ziele verfolgen und sich nicht davon abschrecken lassen, wenn andere das ablehnen oder kein Verständnis dafür haben. Sollte sich herausstellen, dass es doch nicht das richtige Studium ist, hat man zumindest Erfahrung und Zeit gewonnen, weil man es schon vor dem Schulabschluss weiß.


Studiengang

Molekulare Biotechnologie

Bachelorstudium, Vollzeit

more