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28.05.2019

Verborgene Datenschätze? Wirkungsorientierte Evaluierung auf Basis prozessproduzierter Daten in sozialen Einrichtungen

28.-29.05.2019, FH Campus Wien

Ausdrucke von Statistiken

Frühjahrstagung des Arbeitskreises Soziale Dienstleistungen der DeGEval

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und einer wachsenden Fokussierung von Fördergeber*innen auf Wirkungsorientierung müssen sich auch soziale Einrichtungen verstärkt mit den eigenen Daten beschäftigen. Das kann auch Vorteile haben! Ein genauer Blick auf diese Daten kann neue Perspektiven eröffnen, wenn man z.B. deren Potential für die Evaluierung wahrnimmt. Denn nicht immer müssen Daten anlassbezogen erhoben werden. Soziale Einrichtungen sitzen auf einem wahren „Schatz“ von prozessproduzierten Daten (beispielsweise Schriftstücke, Zahlen und Statistiken), die im Rahmen professioneller Tätigkeiten erstellt werden. Diese entstehen auf vielfältige Art und Weise in der Arbeit mit Klient*innen, in internen Organisationsprozessen sowie in der Kommunikation mit externen Stakeholdern (wie z. B. Fördergeber*innen, Spender*innen).

Diskutiert wird, inwieweit vorhandene Datendokumentationen mehr als die Darstellung des Outputs in Jahresberichten oder Statistiken für die Fördergeber*innen erlauben. Sie können durchaus wichtige Informationen zur Wirkung und zum Nutzen des Angebots liefern und somit eine gute Basis für die Erhebung zusätzlicher Informationen liefern oder eine solche unnötig machen. Das wird zu einer Win-Win Situation für die Einrichtungen: die Dokumentation kann aus einer anderen Nutzenperspektive betrachtet, Kosten bei der Evaluation gespart und ein wirkungsorientiertes Monitoring gefördert werden. Das ist vor allem im laufenden Monitoring ein großer Vorteil.

Trotz der Vorteile ist die Arbeit mit diesen Daten auch aus einer kritischen Perspektive zu betrachten. So müssen neben dem Datenschutz auch ethische Überlegungen miteinbezogen werden, wenn personenbezogene und sensible Daten ausgewertet werden. Als Herausforderung kann sich bspw. auch der unterschiedliche Dokumentationsstil verschiedener Mitarbeiter*innen oder Professionen entpuppen. Das Zugreifen auf bestehende Daten im Rahmen der Evaluierung kann bereits bei der Konzeption der Dokumentation neuer Angebote sozialer Dienstleistungen mitgedacht werden, was den Aufwand bei der Konzeption der Evaluierung oder des Monitorings reduziert.  

Die Frühjahrstagung 2019 beleuchtet die Evaluierung anhand prozessproduzierter Daten aus verschiedenen Perspektiven und lädt Vertreter*innen sozialer Einrichtungen, von Forschungseinrichtungen und Hochschulen, von Fördergeber*innen und aus der Evaluationspraxis zur kostenlosen Teilnahme ein.

Programm

Montag, 28.05.2019: 13.00-17.45 Uhr
Vorträge und Podiumsdiskussion, Raum A.-1.05, FH Campus Wien


12.30    Eintreffen

13.00    Eröffnung

Brigitta Zierer, FH Campus Wien, Leiterin Department Soziales,
Olaf Lobermeier, AK Soziale Dienstleistungen, proVal

13.15    Überblick über das Programm & Moderation

 Peter Stepanek, FH Campus Wien - Sozialwirtschaft & Soziale Arbeit

13.25    Keynote 1: Möglichkeiten der Zusammenführung verschiedener Wohnstätten zum Wohl von Bewohner*innen. Am Beispiel einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung.
Diana Zierold, Deutsches Jugendinstitut

14.10    Keynote 2: Zur kombinierten Nutzung von Prozessdaten, Befragungen und Hilfedokumentationen – Erfahrungen aus Sicht der Evaluatoren von Arbeitsmarktprogrammen.
Frank Bauer, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) & Jan Gellermann, IAB & Zentrum für Planung und Evaluation sozialer Dienste der Universität Siegen (ZPE)

15.00    Pause

15.30    Keynote 3: Die Nutzung von prozessproduzierten Daten für die Evaluation und Qualitätsentwicklung in der pro mente Gruppe in Kärnten

Markus Schwab & Elisabeth Stefanek, pro mente Forschung Wien/Kärnten
Georg Spiel, pro mente Kinder Jugend Familie Kärnten

16.15     Keynote 4: Die Verknüpfung von Dokumentation und Evaluierung im Case Management
Katrin Schöber & Bernhard Rubik, Wiener Wohnen – Stadt Wien
   
17.00    Resümee zum Tag & abschließende Plenumsdiskussion
Olaf Lobermeier, Stefanie Reiter & Frank Buchheit, AK Soziale Dienstleistungen

17.45     Ende   

Dienstag, 29.05.2019: 9.00-13.00 Uhr
Workshops, FH Campus Wien (Räume werden noch bekanntgegeben)


09.00    Beginn Workshops (parallel)


Workshop 1: Nutzung prozessproduzierter Daten zur Wirkungsdarstellung (am Beispiel Streetwork).
Dagmar Holzer, Streetwork Oberösterreich & Florentina Astleithner FH Campus Wien,
Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit

Workshop 2: Dokumentieren müssen wir sowieso! Warum dann nicht gleich so, dass wir aus deren Auswertung systematisch lernen können (am Beispiel begleitende Evaluation des Stufenmodells der Integration in Niederösterreich)?
Isabella Hager & Christine Reidl, prospect Unternehmensberatung

Workshop 3: Mehrdimensionale Nutzung prozessproduzierter Daten (am Beispiel der Oasis Socialis Transition).
Martina Burtscher & Wolfgang Haydn, Oasis Sociales Transition

12.15    Resümee aus den Workshops und Abschluss der Tagung
Peter Stepanek, FH Campus Wien - Sozialwirtschaft & Soziale Arbeit
Olaf Lobermeier, Stefanie Reiter & Frank Buchheit, AK Soziale Dienstleistungen

13.00    Ende

Das genaue Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich hier an: www.fh-campuswien.ac.at/degeval
Die Teilnahme ist kostenlos.

Sollten Sie für Ihre Teilnahme etwas Bestimmtes benötigen, z. B. Gebärdensprach-Dolmetscher*in, technische Unterstützung bei Höreinschränkung, kontaktieren Sie uns bitte unter sowosec@fh-campuswien.ac.at oder 01 606 68 77-3200 bis möglichst 07.05.2019.

Kontakt

Falls Sie Fragen zur Veranstaltung haben, wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Olaf Lobermeier
Sprecher des AK Soziale Dienstleistungen
proVal · Sozialwissenschaftliche Analyse - Beratung - Evaluation
E-Mail: lobermeier@proval-services.net
Internet: www.proval-services.net

FH-Prof. Peter Stepanek
Lehre und Forschung
FH Campus Wien
Department Soziales
Europäisches Masterstudium Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit
E-Mail: peter.stepanek@fh-campuswien.ac.at

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