News und Termine

07.11.2017

Kryptowährung Bitcoin hoch im Kurs

Mehr als 6.000 US-Dollar ist ein Bitcoin mittlerweile wert. Wie die zugrunde liegende Blockchain-Technologie und Mining, ein verteiltes Konsens-System, funktionieren, war am 30. Oktober Vortragsthema bei den Campus Lectures IT-Security.

Foto © FH Campus Wien, David Bohmann Photography

Ulrich Haböck, Forschender am Kompetenzzentrum für IT-Security und Lehrender im Masterstudium IT-Security, erklärte in der öffentlich zugänglichen Campus Lecture die Grundmechanismen von Bitcoin. Von einem digitalen Zahlungssystem, das ohne Vertrauen in Banken auskommen wollte, hat sich die dezentral regulierte Kryptowährung mittlerweile zu einem Investitions- und Spekulationsobjekt entwickelt. Ihr Sicherheitsmechanismus basiert auf der investierten Rechenleistung von Minern ("Schürfern"), die wartende Transaktionen bestätigen und in weiteren Datenblöcken an die sogenannte Blockchain anhängen.


Wie funktioniert die Blockchain?

Haböck stellte unterschiedliche Ansätze digitaler Währungen vor und erklärte, wie ein "Proof of Work" bei Bitcoin für Stabilität im weltweit verteilten Netzwerk aller TeilnehmerInnen sorgt. Als Basis für den Proof of Work dient ein mathematisches Rätsel, das auf kryptographischen Hashfunktionen aufgebaut ist. Dieses Rätsel muss gelöst werden, um wartende Transaktionen an die Blockchain anknüpfen zu können – als Gegenleistung wird der Schürfer mit einem festgelegten Betrag sowie Transaktionsgebühren belohnt.


Was sind Miner?

Miner sind jene TeilnehmerInnen des Bitcoin-Netzwerks, die freiwillig ihre Prozessorleistung dem Proof of Work und damit der Stabilität und Vertrauenswürdigkeit der Blockchain widmen. Minen kann im Prinzip jeder – entweder alleine oder zusammengeschlossen in sogenannten Mining-Pools. Die Energie, die mittlerweile weltweit dem Schürfen geopfert wird, beläuft sich derzeit auf mehr als 20 Terawattstunden (TWh).


Was bedeutet Double Spending?

Double Spending, d.h. das Duplizieren und mehrfache Ausgeben ein und derselben Zahlungseinheit, ist ein inhärentes Problem digitaler Währungen. Bei Bitcoin könnte Double Spending ausschließlich durch eine später hinzugefügte, alternative Transaktionshistorie erfolgen: Dies ist zwar theoretisch möglich, aber aufgrund des Proof of Work ausgesprochen unwahrscheinlich, sofern ein Angreifer nicht einen relativ großen Teil der weltweiten Mining-Power kontrolliert. Aber selbst dann würde ein Versuch des Double-Spendings als statistische Anomalie auffallen und eine Diskussion der gesamten Bitcoin-Gemeinschaft auslösen.

Zur Person

Ulrich Haböck hat Mathematik an der TU Wien und der Universtität Wien studiert und ist seit 2013 am Kompetenzzentrum für IT-Security an der FH Campus Wien tätig. Seine Fachgebiete sind Mathematik und Angewandte Kryptographie. In der Forschung und Entwicklung beschäftigt er sich mit dem Design bzw. der  User-freundlichen Einbettung kryptographischer Protokolle im Kontext von Privacy-erhaltenden Cloud-Diensten.