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19.07.2018

Erbgutschädigende Substanzen in Verpackungsmaterialien?

An der FH Campus Wien und dem österreichischen Forschungsinstitut (OFI) arbeiten ForscherInnen daran, eine Methode zur Sicherheitsbewertung von Lebensmittelkontaktmaterialien (LMK) zu entwickeln.

Verpackungsmaterial

Das Ziel ist, der Verpackungs- und Lebensmittelindustrie eine vollständig validierte Teststrategie zur Verfügung zu stellen. Sie dient dazu, gesundheitliche Risiken für die KonsumentInnen ausschließen zu können und die Vorgaben der derzeit gültigen EU-Verordnungen zu erfüllen.

Zum Schutz der KonsumentInnen: Toxische Effekte untersuchen

Lebensmittelkontaktmaterialien (LMK) sind Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Dazu zählen etwa Verpackungen und Behälter, Küchenutensilien, Besteck und Geschirr. LMK können unerwünschte, potenziell schädliche Substanzen enthalten, die durch Kontakt in die Lebensmittel übergehen können. Dort stellen sie ein schwer zu beurteilendes Sicherheitsrisiko für KonsumentInnen dar. Deshalb schreibt die europäische Union seit längerem die Untersuchung von Verpackungsmaterialien auf toxische Effekte vor. Allerdings gibt es derzeit weder klare Richtlinien noch etablierte und validierte Teststrategien, die in der Lage sind, ein Risiko für die EndverbraucherInnen auszuschließen.

Neue Verfahren entwickeln, bestehende Testsysteme optimieren

Ein ForscherInnen-Team unter der Leitung von Silvia Apprich hat es sich zum Ziel gesetzt, Verfahren zur Probenaufbereitung zu entwickeln und in vitro Tests auf ihre Eignung zur Untersuchung von LMK-Migraten auf genotoxische Substanzen zu überprüfen und zu bewerten. Zusätzlich wollen die ForscherInnen bereits bestehende Testsysteme optimieren und neue sensitivere Methoden entwickeln und diese für das entsprechende Einsatzgebiet in der Verpackungs-, Lebensmittelbranche oder etwa für MedizinprodukteherstellerInnen validieren. „Dies dient der  Erhöhung der Produktsicherheit für die KonsumentInnen. Zudem lassen sich teure Rückrufaktionen bei den Unternehmen verhindern“, so Apprich.

Innovationsvorsprung durch „Schadstofffreie Verpackung“

Manfred Tacker, Leiter der beiden Studiengänge im Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement sowie Initiator des Projekts: „Speziell österreichische KMUs können durch den Innovationsvorsprung bei der „Schadstofffreien Verpackung“ ihre internationalen Wettbewerbschancen steigern. Zudem fließt das Know-how aus dem Projekt umgehend in die Lehre der Studiengänge ein. Mit unseren AbsolventInnen können wir der Verpackungsindustrie die so dringend benötigten Fachkräfte liefern.“

Forschung zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft

Heimo Sandtner, Vizerektor für Forschung und Entwicklung an der FH Campus Wien sieht das Projekt als ein weiteres gelungenes Beispiel für anwendungsorientierte Forschung seiner Hochschule: „Wir setzen stark auf die interdisziplinäre Forschung wie hier zwischen dem Verpackungs- und Ressourcenmanagement und der Biotechnologie. Die Ergebnisse sind für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft wichtig, und fließen unmittelbar in die Lehre zurück. So wird auch die Nahtstelle zum Berufsfeld über die Forschung weiter gestärkt.“  

 

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