News vom 04.06.2020

Plastik-Renaissance durch die Corona-Krise?

Die Plattform „Verpackung mit Zukunft“ und „Der Brutkasten“ luden am 27. Mai zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Verpackungen in Zeiten der Krise. Die FH Campus Wien war durch Manfred Tacker vertreten.

Standbild einer Videokonferenz

Online-Podiumsdiskussion "Plastik-Renaissance durch die Corona-Krise?"


Gemeinsam mit Martina Hörmer (Ja! Natürlich), Roswitha Hasslinger (Markt- und Meinungsforschung) und Manfred Tacker (Verpackungs- und Ressourcenmanagement, FH Campus Wien) diskutierten Philipp Bodzenta (Coca-Cola), Christian Abl (Reclay) und Christoph Hoffmann (ALPLA) unter der Moderation von Brutkasten-CEO Dejan Jovicevic die Frage, ob Verpackungen durch die Krise einen neuen Stellenwert in der öffentlichen Meinung bekommen haben. 

Die Teilnehmer*innen beleuchteten eine Vielzahl von Aspekten, die durch die COVID-19 Pandemie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind:

  • Über die zentrale Bedeutung von Verpackung für den Schutz von Produkten und ihre Transport- und Lagerfähigkeit waren sich alle Referent*innen einig.
  • Auf unerwartete Umstände musste schnellstmöglich reagiert werden. Entgegen der Annahme, dass Innovation in der Krise gebremst würde, wurden sogar neue Produkte – wie etwa Flaschen für Desinfektionsmittel – in kürzester Zeit entwickelt.
  • Gerade in der Krise wurde den Konsument*innen vor Augen geführt, welche Mengen an Verpackungsmüll in Österreich produziert werden.

Verpackung als Teil der kritischen Infrastruktur

Manfred Tacker, Fachbereichsleiter Verpackungs- und Ressourcenmanagement und Studiengangsleiter Nachhaltiges Ressourcenmanagement, unterstrich die Bedeutung von Verpackungen als Teil der kritischen Infrastruktur, „sonst kriegt man die Lebensmittel nicht in den Markt“. Auf die Frage nach der eierlegenden Wollmilchsau räumt er aus wissenschaftlicher Sicht mit einer Traumvorstellung auf: „Es gibt sie nicht, die ideale Verpackung: eine Verpackung muss immer für das jeweilige Produkt maßgeschneidert sein. Und dabei gilt es vor allem zu beachten, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ständig ändern. Etwa im Zusammenhang mit Recyclingquoten, CO2-Reduktion oder Littering. Dies führt zu einer enormen Anpassungsnotwendigkeit der Branche.“

Es braucht einen sachlichen und offenen Dialog.

Einmal mehr wird klar: Für die Vermeidung von unnötigen Verpackungen, die konsequente Rückführung von Kunststoff in den Produktionskreislauf und damit eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht es einen sachlichen und offenen Dialog mit allen relevanten Playern.