Event am 18.10.2022

Online-Gender Salon: Struktureller Rassismus an Hochschulen – eine Critical Whiteness-Perspektive

18.10.2022, 16.00 -17.30 Uhr, Online via Zoom

Abstraktes Bild mit vielen bunten Farbfeldern, die sich überlagern

Hochschulen nehmen eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle ein. An der FH Campus Wien bekennen wir uns zu Gleichstellung und Diversität als gelebte Normalität. Dieses Bekenntnis ist sowohl in unserer Strategie 2025 als "Erfolg durch Vielfalt und soziale Durchlässigkeit" als auch in unseren Werthaltungen zu einer diskriminierungsfreien Organisationkultur (Code of Conduct) verankert.

Das An/Erkennen von Machtverhältnissen wie sie etwa durch Rassismus hervorgebracht werden, und der verantwortungsbewusste Abbau solcher Strukturen sind Themen, die somit auch an der FH Campus Wien besondere Relevanz haben. 
Unter Einnahme einer Critical Whiteness-Perspektive wollen wir im nächsten Gender Salon möglichen ausschließenden Mechanismen nachgehen.

Fachinput und Diskussion 

  • Profin (FH) Drin Martina Tißberger
    Diplom Psychologin, Professorin am Studiengang Soziale Arbeit an der Fachhochschule Oberösterreich in Linz.
  • Drin Meike Lauggas
    Moderation

Vortrag: Profin (FH) Drin Martina Tißberger 

Struktureller Rassismus an Hochschulen – eine Critical Whiteness-Perspektive

An Hochschulen sind zahlreiche Mechanismen wirksam, die sie zu „weißen* Räumen“ machen. Nach wie vor präsentieren sich manche Hochschulen in ihren Outputmaterialien, z.B. auf Websites, als Ort, an dem fast ausschließlich weiße* Personen zu sehen sind, obgleich die Bevölkerung, in der die Hochschule verortet ist, divers ist. Wie kann es gelingen, auch Hochschulen zu Orten zu machen, die diese Diversität widerspiegeln? 
Rund um Hochschulen ist Sprachenvielfalt Realität. Hochschulische Aufnahmeverfahren schließen allerdings häufig bereits beim ersten Schritt in die Hochschule durch ihre computerbasierten Tests, die von einem hohen Niveau der deutschen Sprache ausgehen, Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, aus. 
In manchen Lehrsituationen erscheint es mehrheitsangehörigen Lehrenden schwierig, mit Studierenden zu arbeiten, die nicht perfekt Deutsch sprechen und deren Kommunikations- und Arbeitsweise sich von jener dieser Lehrenden unterscheidet. 
Ressentiments können auch bei der Aufnahme von migrantisch markierten Kolleg:innen auftreten, seien sie Wissenschaftler:innen oder Bewerber:innen für Verwaltungstätigkeiten.

Diese Ausschlüsse erfolgen oft nicht offensichtlich oder intendiert, sondern subtil und wirken dennoch strukturell. Für migrantisch und rassistisch markierte Menschen stellen strukturelle Rassismen eine enorme Einschränkung ihrer Möglichkeitsräume dar. Oftmals bewerben sie sich erst gar nicht für eine Stelle oder einen Studienplatz, um Diskriminierungserfahrungen zu vermeiden. Im Vortrag werden diese Mechanismen thematisiert und Möglichkeiten dargestellt, wie strukturelle rassistische Diskriminierung an der Hochschule abgebaut werden kann. 

Die Schreibweise weiß* verweist auf den sozialen Konstruktionscharakter von Rassifizierungen. Die Übernahme der Praxis des Gender-Gap/Asterisk als linguistische Strategie zur Überwindung von Heteronormativität und Sexismus wird auf „Rasse“ übertragen, um in beiden Fällen Ontologisierungseffekte durch die Sprache zu vermeiden. 

Vortragende

Prof.in (FH) Dr.in Martina Tißberger, Diplom Psychologin, Professorin am Studiengang Soziale Arbeit an der Fachhochschule Oberösterreich in Linz.

Martina Tißberger ist Professorin für Soziale Arbeit in der Postmigrationsgesellschaft an der Fachhochschule Oberösterreich. Sie promovierte im Fach Psychologie an der Freien Universität in Berlin über Critical Whiteness als hegemoniale Selbstreflexion in Psychotherapie und Beratung. Sie forschte und lehrte u.a. an der U.C. Berkeley, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Critical Whiteness, Subjektivierung, Gender, Rassismus, Intersektionalität, Dekolonialität.

Anmeldung

Wenn Sie am Online-Gender Salon teilnehmen wollen, bitten wir um Registrierung unter dem folgenden Zoom-Link: https://fh-campuswien.zoom.us/meeting/register/tJAocOqvrzkoE9MOk_isV8FZcjBUy060t2lz 

Der Link, um an dem Online-Meeting teilnehmen zu können, wird zeitnah vor der Veranstaltung an alle angemeldeten Personen per E-Mail zugeschickt. Dieser Link ist ausschließlich für die jeweils registrierte Personen gültig.

Sollten Sie für Ihre Teilnahme etwas Bestimmtes benötigen, z. B. Gebärdensprach-Dolmetscher*in, geben Sie dies bitte mit Ihrer Anmeldung per Mail an gm@fh-campuswien.ac.at bekannt.

Ansprechperson

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne! Fragen zur Organisation und Teilnahme am Zoom-Meeting richten Sie bitte an:

Paulin Vivi Hohmann, BA (she/her)
Gender & Diversity Management, Mitarbeiterin 
T: +43 1 606 68 77-6144
gm@fh-campuswien.ac.at

Wir freuen uns, wenn Sie bei diesem Vortrag dabei sind!

Weitere Termine im Fortbildungsprogramm der FH Campus Wien:

Zielgruppen: 
alle Mitarbeitenden und Lehrenden (hauptamtlich und nebenberuflich) der Fachhochschule

29.9.2022, 9.00 - 13.00 Uhr, Zoom
Rassismus(kritik) an der FH Campus Wien – politische Diskurse, konkrete Situationen und konstruktive Handlungsmöglichkeiten (4 Einheiten)
Leitung: FH-Prof.in Mag.a Manuela Hofer, BA/ Department Soziales, Lehre und Forschung
Details und Anmeldung

11.11.2022/ Teil 1 und 18.11.2022/ Teil 2, jeweils 10.00 - 12.00 Uhr, Zoom
Gelebte Antidiskriminierung – vom Recht zu dessen Anwendung, z. B. beim Aufnahmeverfahren (4 Einheiten)
Leitung: Mag.a Lilian Levai & Mag.a Dina Malandi, Stelle für Gleichbehandlungsfragen 
Details und Anmeldung

24.1.2023, 9.30 - 12.30 Uhr, Zoom
Antirassismus an der FH Campus Wien: Rechtliche Rahmenbedingungen um gegen Diskriminierungen vorzugehen
Leitung: Mag.a Theresa Hammer/ Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern
Details und Anmeldung

Kontakt

FH-Prof.in Mag.a Ulrike Alker, MA
Leiterin Gender & Diversity Management
T: +43 1 606 68 77-6141
gm@fh-campuswien.ac.at

Weitere Informationen
Abteilung Gender & Diversity Management