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07.01.2020

Omar Khir Alanam zu Gast an der FH Campus Wien

Bei der Campus Lecture „Graz ist die Schwester von Damaskus" des Masterstudiums Kinder- und Familienzentrierte Soziale Arbeit am 05.12.2019 trat Poetry Slammer Omar Khir Alanam auf. Bei gleichzeitiger Komik und Ernsthaftigkeit erzählte er von den Schwierigkeiten in einem fremden Land neu anzufangen und was uns dennoch verbindet.

Omar Khir Alanam beim Ars Electronica Festival 2018


Nach mehrjähriger Flucht lebt der gebürtige Syrer Omar Khir Alanam seit 2014 in Österreich. 2017 erreichte er den dritten Platz bei den Österreichischen Poetry Slam Meisterschaften. 2018 erschien sein Buch „Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde“. An der FH Campus Wien ließ er die Zuseher und Zuseherinnen an seiner Kunst teilhaben: In poetischer Form sprach er über jene Risiken, denen man als Eltern, Kinder, Jugendliche oder Erwachsene ausgesetzt ist und wie diese scheinbar banalen Risiken plötzlich lebensgefährlich werden können: wie beispielsweise die Liebe zu einer jungen Frau einer anderen Religion oder das sexuelle Interesse am anderen Geschlecht. Die Zunahme dieser Gefahren ließen ihn - und viele andere Menschen - eine nicht weniger gefährliche Flucht antreten, über die Alanam berichtete.

Sprache als Schlüssel zum Herzen

Begleitet wurde der gesamte Abend von dem Spruch „Morgen ist es besser“. Als Alanam diesen Satz zum ersten Mal hörte, wurde er von einem Vater ausgesprochen, dessen Sohn soeben begraben wurde. Der Satz löste in dem jungen Mann vorerst Unverständnis aus, wurde dann jedoch Begleiter einer langen und gefährlichen Flucht. Der Glaube daran, dass morgen alles besser wird, motivierte Alanam sich zuerst vom Krieg, später von schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Behandlung zu befreien und stets nach einem noch lebenswerteren Leben zu streben. Die Sprache sah Alanam dabei als „Schlüssel zum Herzen“ – ein Credo, das ihn in wenigen Jahren die deutsche Sprache lernen und auf vielfältige Art erfolgreich werden ließ.

Der Abend war für viele Besucher eine völlig neue und bereichernde Art über die Themen Migration und Flucht, Heimat und Fremdsein zu hören und zu sprechen.

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