Biorelation

Der Mensch ist vielen toxischen Stoffen ausgesetzt, die irritierende oder sensibilisierende Reaktionen auslösen. Für die Bestimmung dieser Reaktionen müssen aus Mangel an Alternativmethoden derzeit immer noch Tierversuche durchgeführt werden. Gemeinsam mit dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik (ofi) und der MedUni Wien werden in diesem Projekt neue in vitro Methoden entwickelt, die eine verlässliche Bestimmung von irritierenden oder sensibilisierenden Eigenschaften ermöglicht.

Laufzeit: Juli 2013 bis Juni 2016.

© Matthias Vonbrüll

Viele Materialien, mit denen wir in Kontakt kommen, können negative Reaktionen auslösen. Oft sind es nur in geringer Konzentration vorhandene Inhaltsstoffe oder Beimengungen, die toxisch wirken. Insbesondere bei Medizinprodukten oder Arzneimitteln will man solche negativen Begleiterscheinungen unbedingt vermeiden. Zu den toxischen Effekten gehören sensibilisierende und irritierende Eigenschaften, die beispielsweise von Kunststoffadditiva oder anderen Zusatzstoffen ausgelöst werden können.

Zur Bestimmung der sensibilisierenden und irritierenden Eigenschaften von Medizinprodukten und Arzneimitteln, insbesondere Biopharmazeutika, müssen aufgrund gesetzlicher Regelungen noch immer Tierversuche herangezogen werden. In den vergangenen Jahren ist der gesellschaftliche Druck gestiegen, diese Testmethoden durch in vitro Verfahren zu ersetzen. Im Rahmen dieses Projekts werden daher neue Bioassays auf Zellkulturbasis entwickelt, um sensibilisierende und irritierende Eigenschaften quantitativ und qualitativ zu erfassen.

Die zellbasierten Bioassays müssen nicht nur eine ausreichende Sensitivität gegenüber Spurenbestandteilen aufweisen, sondern auch robust, einfach und kostengünstig sein. Insbesondere HerstellerInnen von Pharma- und Medizinprodukten soll so die Möglichkeit geboten werden, ihre Produkte zu testen. Ziel dieses Projektes ist es, validierte Methoden zur qualitativen und quantitativen Beurteilung der sensibilisierenden und irritierenden Eigenschaften zu entwickeln.

Am Fachbereich Molekulare Biotechnologie der FH Campus Wien werden Bioassays entwickelt, die zwei wichtige zelluläre Signalwege nutzen: den Heat Shock Response als zentralen Stress-Pathway der Zellen und den Antioxidans Response Pathway, der durch oxidierende Chemikalien aktiviert wird. In beiden Fällen wird die Aktivität der Signalwege mit möglichst sensitiven Reportersystemen auf Luciferasebasis bestimmt.

Forschungsziele

  • Validierte Methode
  • Qualitative und quantitative Beurteilung sensibilisierender/irritierender Eigenschaften
  • Teststrategie zur Biokompatibilitäts-Charakterisierung
  • Entwicklung von Bioassays

FördergeberInnen und PartnerInnen

Fördergeberin

FFG - Die Österreichische ForschungsförderungsgmbH

Partner

Ofi Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik

Projektleiter

Projektteam

Studiengänge

Molecular Biotechnology

Masterstudium, Vollzeit

more

Molekulare Biotechnologie

Bachelorstudium, Vollzeit

more