Im Kern gesund: Die Homöopathie – eine komplementärmedizinische Heilmethode

Die Salutogenese ist eine Denkweise, die Brücken zur Schulmedizin schlägt und sie sinnvoll ergänzen kann. So der Masterlehrgangsleiter und Allgemeinmediziner Dr. Gerhard Hubmann in seiner Vorrede zur zweiten Folge der „Im Kern gesund“-Reihe zum Thema Homöopathie an der FH Campus Wien.

Woran orientiert sich die Homöopathie

„An einer Gebärmutter hängt eine ganze Frau. Wir können uns nicht auseinander dividieren“. Mit dieser Betrachtungsweise nimmt der Mediziner Dr. Erfried Pichler zu den Verschaltungen, dem sogenannten PNEI in der Homöopathie zu Beginn seines Vortrags Stellung. Was ist PNEI? Die psychische-neurale-endokrine-immunologische Achse reguliert und steuert alle Bereiche des Körpers. Bevor sich eine Krankheit manifestiert, erscheinen die Symptome zuerst im Hauptkontrollsystem – dem sogenannten PNEI-System, das sich aus dem Nervensystem, dem endokrinen sowie dem Immunsystem zusammensetzt.

Was sie kann, was sie nicht kann

Die Homöopathie ist keine Substitutionstherapie. Sie ist also nicht in der Lage, eine Bauchspeicheldrüse, die kein Insulin mehr produziert, zu reparieren. Homöopathie kann auch nur dort reagieren, wo noch Selbstheilungskräfte wirksam sind. Diese Disziplin fragt – mit einem anderen Fokus als die Schulmedizin – danach, warum etwas nicht in Ordnung ist und bezieht psychische und seelische Komponenten des individuellen Menschen mit ein. PatientInnen möchten neben ihrer schulmedizinisch verordneten Therapie vermehrt ganzheitlich behandelt werden. Oft zieht eine ergänzende ganzheitliche Therapie die Reduktion ihrer Medikation nach sich. Was in vielen Fällen von Polymedikation und den dadurch verursachten Wechselwirkungen ein Vorteil sein kann. Selbstverständlich ersetzt die Homöopathie niemals eine schulmedizinische Behandlung und Therapie und sie wird bei regulierbaren Krankheiten, funktionellen Beschwerden und in der psychosomatischen Medizin eingesetzt.

Wie wird behandelt?

Die Ausübung der Homöopathie und die Verordnung von Arzneien sind in Österreich ausschließlich in ärztlicher Hand. Die Verordnung der rund 1.800 existierenden Arzneien erfolgt nach dem Ähnlichkeitsprinzip. In der Praxis bedeutet das, dass Arzneien bei Krankheitssymptomen zur Anwendung kommen, die auch beim gesunden Menschen dieselben Symptome hervorrufen. Der Großteil der verabreichten Arzneien hat botanischen Ursprung, die Arzneimittelprüfung erfolgt am gesunden Menschen. Homöopathische Mittel werden in verschiedenen Potenzen, die die Verdünnung des jeweiligen Wirkstoffs angeben, verordnet. Gängig sind die D- oder Dezimalpotenz, eine Verdünnung von 1:10 oder Centesimalpotenzen in einer Verdünnung von 1:100.

Zur Person

Dr. med. univ. Erfried Pichler ist Arzt für Allgemeinmedizin, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) und Leiter der homöopathischen Ambulanz an der Kinderonkologie im Klinikum Klagenfurt. Er wird im zweiten Semester des Masterlehrgangs Ganzheitliche Therapie und Salutogenese an der FH Campus Wien in der integrierten Lehrveranstaltung Homöopathie vortragen.