Forschungsfeld Secure Societies

Das Forschungsfeld Secure Societies beschäftigt sich mit der Sicherheit der Gesellschaft und Wirtschaft. Die Tätigkeiten von Unternehmen und Organisationen werden durch vielfältige Bedrohungen und Gefährdungen beeinflusst. Neben dem Wettbewerb und seinen spezifischen Chancen und Risiken sehen sich Unternehmen und Organisationen einer unsicheren Welt (Gewalt, Wirtschaftskriminalität, politische Krisen, Terrorismus, Kriminalität u.ä.) gegenüber. Verstärkt werden diese Einflüsse durch die fortschreitende Globalisierung. Im Forschungsfeld Secure Societies werden trans- und interdisziplinär folgende Forschungsschwerpunkte behandelt:

  • Risikomanagement
  • Safety and Security
  • Wirtschaftsschutz

Forschungsschwerpunkte

Risikomanagement - Secure Societies

Das Verständnis von Risikomanagement ist in Unternehmen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Verstehen die einen darunter Controllingziele zu erreichen, so wird dies wiederum in anderen Unternehmen als die Gewährung der Sicherheit von Arbeitsabläufen an Maschinen verstanden. Die dritte Strömung im Verständnis von Risikomanagement setzt beim menschlichen Faktor an und geht davon aus, das dieser als Grundlage dienen soll.
In der Realwirtschaft sind die ersten Tendenzen erkennbar, die eine ausschließlich quantitative Herangehensweise hinterfragen. Es wurde evident, dass, auch wenn die Zahlen kein Risiko zeigen, es doch zu unerwarteten Ereignissen kommen kann, die Unternehmen existenzbedrohend treffen.
Aufgrund dessen wird in Organisationen nun verstärkt nach einem ganzheitlichen Ansatz gestrebt, dem sogenannten Enterprise Risk Management (ERM). Darüber hinaus ist zu hinterfragen, ob es den „einen“ Risikomanager gibt, der alle Themenbereiche abdeckt oder, ob es eine grundsätzliche Trennung des Berufsbildes geben sollte: in den/die RisikomanagerIn für die Finanzwirtschaft und den/die RisikomanagerIn für die Realwirtschaft. 

Ziel des Forschungsbereiches ist es daher, das Thema Risikomanagement in Bezug auf das Rollenverständnis von RisikomanagerInnen, sowie moderne adaptive Modelle zur Umsetzung für ein ERM zu generieren. Folgende Teilziele sollen dabei bearbeitet werden:

  • Eine Erhebung des Paradigmenwechsels vom klassischen Risikomanagement zum Risikomanagement der Postmoderne
  • Adäquates Qualifikationsprofil für die Rolle von RisikomanagerInnen 
  • Prozessuale Umsetzungsmöglichkeiten des Three-Lines-of-Defense-Modells
  • Die Rolle des Reputationsrisikos im Risikomanagement
  • Diversity als Faktor im Risikomanagement

Safety and Security Management - Secure Societies

Im Forschungsschwerpunkt Safety und Security Management erfolgt eine ganzheitliche und integrierte Bearbeitung von sicherheitsrelevanten Fragestellungen. Steigende Wirtschaftskriminalität, ein Unternehmensstrafrecht, immer strenger werdende Richtlinien im Bereich ArbeitnehmerInnenschutz und massive Schäden bei Naturkatastrophen führen zu einer immer größeren Bedeutung von Sicherheitsfragen für Unternehmen und Behörden. Während Safety vorallem „Un“fälle behandelt, stehen bei Security „Vor“fälle und damit intentionale Handlungen im Vordergrund. Der Fokus liegt dabei auf der konzeptiven Ebene und der ganzheitlichen Planung sowie auf der Managementebene.

Ziele des Forschungsschwerpunktes sind daher:

  • Nutzung der Synergien durch gleichartige Anforderungen sowohl im Safety- als auch im Securitybereich
  • Aufzeigen von Widersprüchen durch unterschiedliche Anforderungen aus den Bereichen Security und Safety
  • Integration neuer Lösungen

Wirtschaftsschutz - Secure Societies

Die Bedeutung von Informationen als immaterielle Güter für wirtschaftliche Unternehmen hat immens zugenommen. Dieser Einflusszuwachs ist eine Ursache grundlegender Veränderungen der Unternehmensumwelt und der Verschärfung des globalisierten Wettbewerbes. Zudem werden durch technische Möglichkeiten und eine allgegenwärtige Vernetzung durch Internet und Mobilfunk neue Sicherheitsrisiken sowie Gelegenheiten für Angriffe und Informationsabflüsse geschaffen. Ausspähung bzw. das Auskundschaften zur Erlangung fremden Wissens werden durch die Informationstechnik und die essentielle Bedeutung von Wissen bzw. Know-how zu einem auserwählten Mittel, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. In diesem Kontext zeigt sich, dass sich Wirtschafts- und Industriespionage nicht nur auf den Bereich der Hochtechnologien wie Medizin, Raum- und Luftfahrt beschränkt, sondern nahezu jedes Unternehmen Opfer von Spionageangriffen werden kann. In der 2010 durchgeführten Studie „Gefahren durch Wirtschafts- und Industriespionage für die österreichische Wirtschaft“ gaben fast ein Drittel der Unternehmen an, bereits einmal Opfer eines Informationsabflusses geworden zu sein. Dabei variieren die finanziellen Schäden stark und übersteigen in manchen Fällen die 1,5 Mio. Euro-Grenze. Hochgerechnet ergibt sich ein jährlicher Schaden von ca. 880 Mio. Euro, wobei die Dunkelzahl sicher wesentlich über dieser Hochrechnung liegt. Notwendige Sicherheitskonzepte sollten daher nicht erst nach einer erfolgten Ausspähung eingesetzt werden. Der Wirtschaftsschutz stellt folglich einen essentiellen Teilaspekt des Unternehmenserfolgs dar. Wirtschaftsschutz soll in diesem Sinne intentionale Angriffe gegen die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Unternehmens (bzw. einer Volkswirtschaft) abwehren.

Ziel des Forschungsfeldes ist es daher, das Thema Wirtschaftsschutz in Bezug auf Wirtschafts- und Industriespionage zu beleuchten. Folgende Teilaspekte sollen dabei aufgegriffen werden:

  • Die Identifikation von existenzerhaltenen Kernkompetenzen und die Ermittlung branchenspezifischer Kernkompetenzen
  • Der Umgang mit schützenswerten Kernkompetenzen
  • Kooperationsforschung in Bezug auf Wirtschafts- und Industriespionage (z.B. Joint Ventures)
  • Die Integration von Wirtschaftsschutz unter organisationstheoretischen Gesichtspunkten und im Rahmen von Projektmanagement
  • Die Untersuchung von möglichen Melde- und Informationssysteme im Bereich von Wirtschafts- und Industriespionage

CSO TOP 100 Konzernsicherheit in der D-A-CH-Region

Fragebogen für die laufenden Studie zur Konzernsicherheit

Fragebogen Studie AT (pdf)

Fragebogen Studie CH (pdf)

Fragebogen Studie D (pdf)


Forschungsteam

Forschende

> FH-Prof. DI Martin Langer

Studiengangsleiter Integriertes Sicherheitsmanagement, Integriertes Risikomanagement, Risk Management and Corporate Security

Projekte und Aktivitäten


Publikationen


Studiengänge

Integriertes Risikomanagement

Masterstudium, berufsbegleitend

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Integriertes Sicherheitsmanagement

Bachelorstudium, berufsbegleitend

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