Forschungsfeld Sustainability and Packaging Research

Die primären Funktionen einer Verpackung sind Aufbewahrung und Schutz des Füllgutes (Produkte wie Lebensmittel, Pharmazeutika, Verbrauchsgüter etc.). Diese Funktionen ermöglichen Distribution sowie die Aufrechterhaltung der Qualitätseigenschaften des Produkts. In weiterer Linie sind diese dadurch saisonunabhängig, sicher und einfach am Markt verfügbar – eine Selbstverständlichkeit für moderne KonsumentInnen. Die Verpackung leistet jedoch noch deutlich mehr. Sie erfüllt zusätzliche (sekundäre) Funktionen wie das Tragen von Information, Verbraucherfreundlichkeit, Präsentation, Markenkommunikation, Promotion, ökonomische und ökologische Faktoren sowie gesetzliche Vorschriften.

Eine ausgewogene Verpackungslösung ist also in der Lage heutige wie auch zukünftige Herausforderungen und Bedürfnisse wie zum Beispiel Produkt- und Versorgungssicherheit, Klimawandel, Umweltbelastung und Ressourcenknappheit, Globalisierung und demographischen Wandel zu adressieren. Vor diesem Hintergrund erfährt die Verpackungswirtschaft aktuell einen erhöhten Innovationsdruck, entsprechende Verpackungen und auch Methoden zur ganzheitlichen Bewertung dergleichen zu entwickeln. Dies spiegelt sich mitunter in diversen Berichten, Initiativen, politischen Entscheidungen, Förderprogrammen, Gesetzgebungen sowie dem geschärften Bewusstsein der VerbraucherInnen wider.

Forschungsschwerpunkte

Der Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement der FH Campus Wien fokussiert seine interdisziplinäre Forschung und Entwicklung zum einen auf die nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung und Optimierung von Verpackungen und zum anderen auf Methoden zur ganzheitlichen Bewertung von Verpackungen.

Das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Dimensionen – im Besonderen die ökologische Nachhaltigkeit – erfahren aktuell weltweit höchste Aufmerksamkeit. Im Zuge dessen wird die Notwendigkeit von Verpackungen teils heftig diskutiert und angesichts fortschreitender Umweltverschmutzung geraten sie trotz Sinnhaftigkeit ihrer Funktionen immer wieder unter Beschuss. Der Umweltschutzgedanke stellt Recyclingfähigkeit und die generelle Minimierung von Verpackungen mitunter auch dort in den Vordergrund, wo der sinnvolle Einsatz von Verpackungen für Produkt- und Konsumentenschutz das Ziel sein sollte. Ohne Frage ist der reduzierte Einsatz von Verpackungen ein wichtiges Element der Nachhaltigkeitsstrategie. Allerdings muss hier ein Optimum gefunden werden. Denn das unüberlegte Weglassen oder Verringern von Verpackungen bedeutet auch den Entzug von Produktschutz, und kann als logische Konsequenz einen ungewollten Anstieg von Produktverlusten und –abfall bedeuten. Besonders wichtig ist dies im Zusammenhang mit Lebensmitteln, wo aktuell rund ein Drittel der weltweit produzierten Waren entlang der Supply Chain entweder verloren oder weggeworfen werden. Ziel ist daher ein ausbalancierter, sinnvoller und zukunftsorientierter Einsatz von Verpackungen und damit Reduzierung des Umwelteinflusses.

Immer wieder auftretende Krisen und Skandale sowie das allgemeine Verlangen nach Sicherheit rücken den Schutz des Füllgutes aber auch der KonsumentInnen vor nachteiligen Einflüssen oder (Ver-)Fälschungen in den Vordergrund der Verpackungsentwicklung. Wichtig sind nicht nur allgemeine Anforderungen wie die Unbedenklichkeit der Produkte oder deren Haltbarkeit, sondern zunehmend sehr spezielle Themen wie zum Beispiel die Migration ungewollt oder unabsichtlich in die Verpackung eingebrachter Substanzen in das Produkt, die Überwachung der Produktions-, Lager- und Transportbedingungen sowie der Schutz vor Fälschung oder Manipulation.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten und künftig weiter zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und das wirtschaftliche Wachstum zu unterstützen sind neue und bahnbrechende Technologien unumgänglich. Der Schwerpunkt liegt dabei im Einsatz völlig neuer technologischer Möglichkeiten sowie Innovationen.

Die letzten Jahrzehnte brachten substantielle Errungenschaften und Veränderungen mit sich. So ist es heute aufgrund von Industrialisierung, Globalisierung, Liberalisierung des Handels und optimierten Logistikabläufen möglich, Produkte in ausgesprochen kurzer Zeit weltweit in einer nie dagewesenen Qualität und Quantität und zu beziehen. Auf den ersten Blick scheinen diese Entwicklungen sehr positiv für unsere Gesellschaft zu sein. Demgegenüber stehen jedoch Herausforderungen wie etwa das rapide Bevölkerungswachstum und der demographische Wandel. Die Verpackung als Spiegel der Gesellschaft ist daher einem kontinuierlichen Entwicklungs- und Verbesserungsprozess unterworfen.

Forschungsteam

Forschende


Studiengänge

Nachhaltiges Ressourcenmanagement

Bachelorstudium, berufsbegleitend

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Verpackungstechnologie

Bachelorstudium, berufsbegleitend

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