Projektdetail

Immunantworten auf Fleischallergene

Forschungslaufzeit: 1.5.2021 bis 30.4.2025

Allergische Reaktionen auf Fleisch und Fleischprodukte sind noch wenig erforscht. Aus diesem Grund ist auch das Bewusstsein dafür, dass man auf Fleisch allergisch reagieren kann, gering. Im Rahmen eines vom FWF finanzierten Vorläuferprojekts gelang es FH-Prof.in Univ. Doz.in Dr.in Ines Swoboda und ihrer Forschungsgruppe, erste Allergene aus weißem und rotem Fleisch zu identifizieren, in rekombinanter Form herzustellen und zu charakterisieren.

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Vorläuferprojekt konzentriert sich das aktuelle, ebenfalls vom FWF geförderte Projekt auf die Identifizierung und genaue biochemische und immunologische Charakterisierung weiterer Fleischallergene, mit dem Ziel das Spektrum an relevanten Fleischallergenen zu vervollständigen und ihre klinische Bedeutung festzustellen. Außerdem widmet sich das Projekt der Analyse der Kreuzreaktivität zwischen Fleischallergenen und Allergenen aus anderen tierischen Nahrungsmitteln (wie z.B. Fisch, Meeresfrüchte, Insekten). Das Wissen über klinisch relevante Fleischallergene und über kreuzreaktive Allergene aus anderen tierischen Lebensmitteln wird dazu beitragen, die Diagnose und Behandlung von Fleischallergien und verwandten Allergien zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt in der Erforschung einer Sonderform der Fleischallergie, der sogenannten α-Gal-Allergie. Bei dieser ungewöhnlichen, durch rotes Fleisch induzierten Allergie reagieren Patient*innen mit dem im roten Fleisch vorhandenen Zuckermolekül α-Gal. Die tatsächliche Sensibilisierung auf α-Gal erfolgt jedoch durch einen Zeckenbiss. In Zusammenarbeit mit Kolleg*innen der Medizinischen Universität Wien, untersuchen Dr.in Swoboda und ihr Team die Reaktionen von Immunzellen auf Zeckenspeichel und versuchen Komponenten im Zeckenspeichel zu identifizieren, die zur Entwicklung einer allergischen Reaktion auf α-Gal beitragen. Die Hoffnung ist, dass ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen, die zur Sensibilisierung gegen α-Gal führen, auch dazu beitragen wird, allergische Sensibilisierungen gegen andere Lebensmittelallergene besser zu verstehen und damit in Zukunft auch verhindern zu können.

Forschungsziele

  • Identifizierung und Charakterisierung von Fleischallergenen
  • Analyse der Kreuzreaktivität zwischen Fleischallergenen und Allergenen anderer tierischer Allergenquellen (z.B. Fische, Meeresfrüchte, Insekten)
  • Evaluierung der Stabilität von Fleischallergene gegenüber Hitze-Einwirkung und gegenüber Enzymen des Verdauungstraktes
  • Analyse des Transports von Fleischallergenen durch gastrointestinale Epithelzellen
  • Identifizierung von α-Gal-tragenden Proteinen im Zeckenspeichel
  • Identifizierung von Komponenten im Zeckenspeichel, die eine allergische Reaktion gegen α-Gal induzieren
  • Analyse der Reaktion von Immunzellen auf Komponenten im Zeckenspeichel

Fördergeber*innen bzw. Auftraggeber*innen

FWF – Der Wissenschaftsfonds (Einzelprojektantrag)

Kooperationspartner*innen

  • Medizinische Universität Wien (Ing. Michiel Wijnveld)
  • FAZ – Floridsdorfer Allergiezentrum (Dr. Wolfgang Hemmer)
  • Public Health Department, Superintendência de Controle de Endemias, São Paulo, Brasilien (Dr. Adriano Pintér)
  • Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie (LSB), Technische Universität München, Deutschland (Prof. Dr. Veronika Somoza)

Forschungsbereich

Health and Quality of Life

Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO

Kein Hunger

Gesundheit und Wohlergehen

Hochwertige Bildung

Projektleitung

Projektteam


Beteiligte Studiengänge

Molekulare Biotechnologie

Bachelorstudium, Vollzeit

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Molecular Biotechnology

Masterstudium, Vollzeit

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