Code of Conduct - Erläuterungen

Das Verhalten von allen Personen, die an der FH Campus Wien und ihren Tochtergesellschaften arbeiten, lehren, forschen, studieren oder in einer sonstigen Beziehung zur Fachhochschule stehen, orientiert sich an den von uns definierten Werthaltungen. Die Erläuterungen konkretisieren die einzelnen Werthaltungen, setzen diese in relevante Kontexte und dienen als Orientierungs- und Entscheidungsgrundlage, wie in bestimmten Situationen des täglichen Miteinanders gehandelt wird.

Lehre, Forschung und Weiterbildung

Wir sind bestrebt, die Lehre und Forschung durch alle Beteiligten kontinuierlich zu verbessern. Studierendenzentrierte und forschungsgeleitete Lehre, berufsfeldorientierte Vernetzung sowie interdisziplinäre Kooperationen nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein. Wissenschaftliche Integrität sowie ethische Fragestellungen werden in allen Forschungsvorhaben berücksichtigt. Die kontinuierliche Weiterbildung unserer Lehrenden, Forschenden und Mitarbeiter*innen der Organisation und Administration unterstützen wir durch fördernde Rahmenbedingungen.

Studierendenzentrierte und forschungsgeleitete Lehre

  • Unsere Studierenden und Lehrenden agieren wertschätzend miteinander und respektieren individuelle Bedürfnisse von anderen. Sie äußern Feedback konstruktiv und wertschätzend.
  • Unsere Lehrenden und Lektor*innen setzen in ihrem Unterricht auf ein ausbalanciertes Verhältnis von Wissensvermittlung und Kompetenzaufbau. Sie orientieren sich dabei an berufsspezifischen Erfordernissen und wissenschaftsfundierten Konzepten. Lernziele, Workload und Kriterien zur Leistungsüberprüfung kommunizieren sie transparent und klar.
  • Der Einsatz von vielfältigen und kreativen Methoden ermöglicht unseren Studierenden eine aktive Beteiligung am Lehr- und Lernprozess. Forschungsgeleitete Lehre und forschendes Lernen weckt Interesse und Neugier für Neues und vermitteln Freude und Stolz auf die eigene Leistung.
  • Die gender- und diversitätssensible Gestaltung von Unterricht und Prüfungen fördert Chancengerechtigkeit und berücksichtigt individuelle Bedürfnisse von Studierenden. Wir legen großen Wert auf die Verwendung diskriminierungsfreier Sprache.

Forschung und Wissenschaft

  • Als Mitglied der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) achten wir auf die Umsetzung der dort festgeschriebenen Werte und Haltungen in allen Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Dazu zählen der korrekte Umgang mit Daten und beforschten Personen, konsequentes Vorgehen gegen Datenfälschung, das Beherrschen wissenschaftlicher Methoden, transparente und faire Autor*innenschaft sowie Schutz des geistigen Eigentums.
  • Unsere Forscher*innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Studierenden berücksichtigen ethische Überlegungen und Implikationen in allen Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Abschlussarbeiten und holen bei Bedarf ein Votum unserer Ethikkommission ein.
  • Wir forcieren die evidenzbasierte, interdisziplinäre Bearbeitung von gesellschaftlich relevanten Themen und fördern Wissenschaftskommunikation und Diskurs. Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Forschungszugänge der einzelnen Disziplinen.
  • Wir unterstützen unabhängige und ergebnisoffene Forschung, unabhängig davon, wer diese finanziert, und achten auf gute Rahmenbedingungen für unser Forschungspersonal. Für den Umgang mit unseren Fördergeldern und Kooperationspartner*innen gelten transparente Richtlinien.

Kompetenzorientierte Weiterbildung und Vernetzung

  • Unsere Lehrenden, Forschenden und Mitarbeiter*innen pflegen den Kontakt zu ihren Netzwerken und Kooperationspartner*innen und achten auf eine wertschätzende und respektvolle Zusammenarbeit. Ein offener und interdisziplinärer Austausch fördert das Verständnis für komplexe Zusammenhänge und fachspezifische Erfordernisse und trägt zur Stärkung einer kollegialen, teamgeleiteten Lehr-, Lern und Forschungskultur bei.
  • Die kontinuierliche, persönliche, fachliche und inhaltliche Weiterbildung hat einen hohen Stellenwert für unsere Lehrenden, Forschenden und Mitarbeiter*innen der Organisation und Administration. Unsere Führungskräfte und ihre Mitarbeiter*innen stehen in einem transparenten Austausch über individuelle berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildungsplanung. Dabei besteht eine positive Haltung gegenüber Weiterbildungsaktivitäten und -bestrebungen. Das jährliche Mitarbeiter*innengespräch spielt dabei eine besondere Rolle.

Wertschätzung, Respekt, Transparenz, Integrität und Loyalität

Die Wertschätzung aller Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen, studieren oder in einer sonstigen Beziehung zur Fachhochschule stehen, ist unser oberstes Prinzip im täglichen Miteinander. Wir pflegen einen fairen Umgang, der von Wertschätzung, Respekt, Transparenz, Integrität und Loyalität geprägt ist, auch in herausfordernden Momenten und Konfliktsituationen. Unsere Hochschule sehen wir uns als Ort des Austauschs, an dem Diskurse mit allen demokratisch legitimierten Kräften geführt werden. Die institutionelle und politische Unabhängigkeit ist ein unverrückbarer Grundsatz unserer Hochschule.

Persönliche Naheverhältnisse und Interessenkonflikte

  • Die grundsätzliche Trennung von privaten Interessen und jenen der FH Campus Wien ist für uns essenziell. Daher müssen Interessenkonflikte aufgrund persönlicher Naheverhältnisse an die jeweilige Führungskraft gemeldet werden, um bei Bedarf individuelle Vorgehensweisen zu entwickeln.
  • Besonders bei Beziehungen über hierarchische Grenzen hinweg (z. B. Lehrende/Studierende oder Führungskräfte/Mitarbeiter*innen) müssen die jeweiligen Abhängigkeits- und Machtverhältnisse berücksichtigt werden, um einseitige Bevorzugungen bzw. Benachteiligungen von Dritten zu vermeiden.
  • Bei einem persönlichen Naheverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden erfolgt keine Beurteilung durch die Lehrperson. Wenn es keine Möglichkeit zu einem Gruppenwechsel gibt, wird eine unabhängige Beurteilung eingeholt. 

Datenschutz und Antikorruption

  • Alle Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen, studieren oder in einer sonstigen Beziehung zur Fachhochschule stehen, achten auf Vertraulichkeit von Informationen und Geschäftsdaten, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit an der FH erhalten, und beachten die gesetzlichen Regelungen zu Datenschutz und Informationssicherheit. 
  • Wir sprechen uns gegen jegliche Form der Korruption bzw. der Annahme von finanziellen oder sonstigen Geschenken von Wert aus, die an die Gewährung von Vorteilen geknüpft werden können. Die Annahme von geringwertigen oder symbolhaften Zuwendungen ist davon ausgenommen, sofern diese Geschäftsentscheidungen nicht beeinflussen und ein im Geschäftsalltag übliches Ausmaß nicht übersteigen.

Kommunikation im Berufsalltag

  • Unsere persönliche und digitale Kommunikation im Berufsalltag ist geprägt von Professionalität, Wertschätzung und Respekt. Dazu zählen auch Pünktlichkeit und Termintreue. Die Verwendung von diskriminierungsfreier und diversitätssensibler Sprache gehört zu unseren Grundprinzipien in der schriftlichen und mündlichen Kommunikation.
  • Transparente Kommunikation von Arbeitsabläufen und Entscheidungsprozessen ist die Voraussetzung dafür, dass Ziele, Prioritäten und Verantwortungen von Führungskräften und Mitarbeiter*innen gemeinsam getragen werden. Besonders achten wir darauf, dass relevante Informationen zur Erfüllung der Arbeitsaufgaben sowie Änderungen bzw. Neuerungen in der Organisation oder bei Prozessabläufen rechtzeitig von den jeweiligen Führungskräften bzw. der Hochschulleitung kommuniziert werden.

Loyalität und Wertschätzung

  • Alle Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen oder studieren, verhalten sich gegenüber der FH Campus Wien loyal und übernehmen im eigenen Wirkungsbereich Verantwortung für das Ansehen ihrer Arbeitgeberin, Ausbildungseinrichtung bzw. Geschäftspartnerin nach innen und außen.
  • Wir pflegen eine wertschätzende Feedback- und Konfliktkultur auch über Hierarchiegrenzen hinaus und bekennen uns zur interdisziplinären Zusammenarbeit über Departments-, Studiengangs- und Abteilungsgrenzen hinweg. Ideen zu Verbesserungen sowie Weiterentwicklungen an der FH Campus Wien sind willkommen und werden auf Führungsebene wertgeschätzt.
  • Unser Betriebsrat vertritt alle Mitarbeiter*innen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben.

Vielfalt und Chancengleichheit

Als Bildungseinrichtung schätzen wir die Vielfalt unserer Mitarbeiter*innen, Lehrenden, Forschenden und Studierenden, unabhängig von Alter, Behinderung oder chronischer Erkrankung, ethnischer oder sozialer Herkunft, Geschlechtsidentität, Religion oder Weltanschauung sowie sexueller Orientierung. Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit, Antidiskriminierung und Barrierefreiheit sind wesentliche Elemente unserer täglichen Arbeit.
Antidiskriminierung und Diversity Management

  • Wir nehmen unsere Verantwortung wahr und sind bestrebt, das soziale und gesellschaftliche Spektrum unseres Umfelds auch an unserer Hochschule zu repräsentieren. Wir schätzen dabei die Vielfalt unserer Mitarbeiter*innen und Studierenden und sehen unterschiedliche Erfahrungshintergründe als wertvolle Ressource. Daher schaffen wir Rahmenbedingungen, um die Chancengleichheit aller Mitarbeiter*innen, Lehrenden, Forschenden und Studierenden zu fördern. 
  • Wir tolerieren ausnahmslos keine Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Benachteiligung oder Belästigung aufgrund von Alter, Behinderung oder chronischer Erkrankung, ethnischer oder sozialer Herkunft, Geschlechtsidentität, Religion oder Weltanschauung sowie sexueller Orientierung. Auch die Duldung und Unterstützung von diskriminierendem Verhalten wird nicht akzeptiert. Verstöße können auch straf- und arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Uns ist bewusst, dass mit großer Vielfalt auch unterschiedliche Bedürfnisse verbunden sind. Interne Regelungen, ihre Überprüfung auf Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen sowie verschiedene Ansprechpersonen unterstützen unsere Bestrebungen, einen diskriminierungsfreien Arbeits- und Studienort zu schaffen. 
  • Einheitliche Standards in Recruiting- und Aufnahmeprozessen ermöglichen transparente und nachvollziehbare Entscheidungen bei Personalfragen sowie im Studienbetrieb. 

Barrierefreiheit

  • Wir fördern den barrierefreien und diskriminierungsfreien Zugang zu Studium und Arbeit durch baulichen und technischen Maßnahmen sowie ein Beratungsangebot für Studierende und Mitarbeiter*innen. Den diskriminierungsfreien Zugang zu unseren Informationen stellen wir durch barrierefreie Gestaltung von Dokumenten sowie Web Accessibility sicher.

Gender Mainstreaming und Frauenförderung

  • Wir setzen auf konsequentes Gender Mainstreaming und berücksichtigen Aspekte zur Gleichstellung aller Geschlechter und Geschlechtsidentitäten in unseren Verwaltungsprozessen und Forschungsvorhaben, in der Lehre sowie im Recruiting von Mitarbeiter*innen bzw. in Aufnahmeverfahren für Studierende. 
  • Strukturelle und (un)bewusste Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht oder Geschlechtsidentität lehnen wir auf allen Ebenen ab und ermöglichen Partizipation bei Entscheidungsprozessen. 
  • In Bereichen, in denen Frauen* unterrepräsentiert sind, setzen wir auf gezielte Maßnahmen zur Frauen*förderung. 

Gesundheit und Sicherheit

Die psychische und physische Gesundheit und Sicherheit aller Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen oder studieren ist uns ein großes Anliegen. Unter Berücksichtigung der Lebenswelten unserer Studierenden und Mitarbeiter*innen schaffen wir strukturelle Rahmenbedingungen, die eine gesundheitsfördernde und sichere Arbeits- und Studienumgebung für alle ermöglichen.

Rahmenbedingungen für Arbeits- und Studienalltag

  • Wir schaffen eine Arbeits- und Studienumgebung, die zum Schutz und zur Erhaltung der Gesundheit von Mitarbeiter*innen und Studierenden beiträgt und es ermöglicht, dass alle Aufgaben in einem angemessenen Zeitrahmen erledigt werden können. Als Grundlage für Gesundheit sowie Arbeits- und Studienzufriedenheit gelten neben unserer Büro- und Lehrsaalausstattung auch Aspekte der Work-Life-Study-Balance. 
  • Mobbing hat an unserer Fachhochschule keinen Platz. Interne Konfliktberater*innen und unsere Berater*innen zur Mobbingprävention sind hier zentrale Anlaufstellen.
  • Uns ist es ein Anliegen, dass alle Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen und studieren, grundlegende Gesundheitskompetenzen aufbauen, um arbeits- und studienbedingte Belastungssyndrome wie Burn-out oder Belastungen durch Mobbing erkennen und vorbeugen zu können. Den Führungskräften sowie Studiengangsleitungen und Lehrenden kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Fürsorgepflicht zu.

Sicherheit

  • Alle Personen, die an der FH Campus Wien arbeiten, lehren, forschen, studieren oder in einer sonstigen Beziehung zur Fachhochschule stehen, achten auf die Einhaltung von Arbeitssicherheits-, Gesundheits- und Brandschutzbestimmungen. 
  • Unsere Arbeits- und Betriebsmittel entsprechen den gesetzlichen Standards sowie den Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Wir vermeiden die Gefährdung von anderen Menschen sowie der Umwelt.

Nachhaltigkeit

Wir stehen für einen sorgsamen ökologischen und ökonomischen Ressourceneinsatz unter Beachtung von Aspekten sozialer Nachhaltigkeit. Wir berücksichtigen die Lebenszykluskosten von Produkten und Dienstleistungen, um wirtschaftliches Handeln und Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit

  • Aus Respekt gegenüber der Umwelt setzen wir Ressourcen wie Strom, Wasser und verschiedene Arbeitsmittel sparsam ein. Wir beachten die Regelungen zur Abfalltrennung und halten unsere Regelungen zu Umweltschutz und Entsorgung ein. 
  • Wir berücksichtigen die Lebenszykluskosten von Produkten, die eine Bepreisung von Beschaffung, Betrieb und Entsorgung des jeweiligen Produkts vorsieht. Wir überprüfen die Nutzbarkeit von nachhaltigen Produkten sowie die Anwendung von Shared-Economy-Modellen zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen im Arbeitsalltag.

Gesellschaftliche Relevanz

  • Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung als Hochschule zum Thema Nachhaltigkeit wahr und tragen zu einem aktiven Austausch von Know-how und Best Practice sowie einer Sensibilisierung bei. Sowohl die interdisziplinäre Verankerung in der Lehre als auch die Aktivitäten im Rahmen der Third Mission haben dabei besondere Bedeutung.