Ausstellung Karin Mairitsch - Entgrenzt

Kunstausstellung: Entgrenzt - magisch. handzahm. vergessen.

magisch. Unbehagen im Wohlstand.
vergessen. Enteignung der Vergangenheit Gegenwart Zukunft.
handzahm. Smart Objects.

Über die Künstlerin

Karin Mairitsch ist bildende Künstlerin, Dozentin, Autorin und Herausgeberin einiger Fachbücher im Bereich Medien, Gesellschaft und Kunst. Sie hat Ausstellungen und Performances im In- und Ausland gemacht.

Geboren1968 in Klagenfurt/Österreich studierte sie Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Neben ihrer künstlerischen Betätigung war sie von 2011 - 2015 Vizedirektorin für den Bereich Bachelor & Vorkurs an der Hochschule Luzern - Design & Kunst, Vizerektorin der Fachhochschule Salzburg in der Zeit zwischen 2008 und 2011 sowie Studiengangsleiterin am Studiengang MultiMedi­aArt (Bachelor und Master), Fachhochschule Salzburg von 2003 - 2008. Sie lehrte an verschiedenen Hochschulen und war Leiterin medienspezifischer Lehrgänge und Kurse sowie Artdirektorin und Geschäftsführerin bei bekannten Mediaagenturen. Als Vorstandsmitglied der visarte zentralschweiz, bis 2016 auch der Kunsthalle Luzern, engagiert sie sich für die Anliegen Bildender Künstler/innen.

Ausstellung "entgrenzt."

Die Ausstellung "entgrenzt." besteht aus 70 Exponaten und ist in drei Zyklen konzipiert: "magisch. Unbehagen im Wohlstand", "handzahm. Smart Objects" sowie "vergessen. Enteignung der Vergangenheit Gegenwart Zukunft". Die inhaltlichen Setzungen der Zyklen haben die Themenschwerpunkte der im November startenden Zukunftsgespräche der FH Campus Wien aufgegriffen und beschäftigen sich mit Grenzen: jenen des Wohlstands, der Technologieentwicklung sowie jenen zwischen Leben und Tod.
Entgrenzt zeigt die Möglichkeit, dass Grenzen nicht klar konturierte und sich stets in Bewegung befindliche Orte oder Flächen sein könnten. Entgrenzt wirft denn auch die These auf, dass im Kontext der Themenschwerpunkte etwaige ethische, ökologische, gesellschaftliche oder individuelle Grenzziehungen längstens überschritten vielleicht sogar obsolet geworden sind. Entgrenzt möchte provozieren: nicht laut, nicht stark, sondern in Verschiebung nach innen. Im Rahmen der ersten "Zukunftsgespräche: Die Grenzen der Wohlstandsgesellschaft." am 24. November 2016 wird die Ausstellung eröffnet.

Bild: Karin Mairitsch, Foto: Graziella Spitz

Zyklus magisch. Unbehagen im Wohlstand

Der Zyklus "magisch. Unbehagen im Wohlstand" zeigt die Gratwanderung zwischen Wohlergehen und Unbehagen der Wohlstandsgesellschaft. Er beschäftigt sich mit Kehrseiten des Wohlstands rund um Phänomene wie beispielsweise Überfluss, Konsum, Mobilität, Arbeitslosigkeit, Klimawandel, Demokratie, Flucht, Wohnraum oder Sinnsuche.

Ausgeführt sind die Arbeiten als Diptychen: zwei Fotografien stehen einander gegenüber. In der Kombination veranschaulichen sie eine Hintergründigkeit, die mehrere Ebenen in Form von Fragen, Grenzen oder Problemzonen der Wohlstandsgesellschaft anspricht. Die scheinbare Realitätsbezogenheit der Fotografie ist gebrochen, indem Teile des Bildgegenstandes zunächst durch Kratzen entfernt und anschließend mit Acrylübermalungen, Zeichnungen aus Buntstiften, Ölkreiden und/oder Filzstiften wiederum ergänzt wurden. Das Exponat entwirft durch diese Montagen und den im Vordergrund angebrachten Text ein Kernthema, von dem ausgehend die Vielschichtigkeit der Bildaussagen durch die Rezipient/-innen entwickelt werden kann. Der Zyklus ist 2016 und umfasst 15 Exponate. Die digitalen Fotografien sind von Graziella Spitz eigens für diese Ausstellung konzipiert und gefertigt. Sie wurden als Fine Art Print auf 60 x 180 cm ausgedruckt.

Zyklus magisch. online

Zyklus handzahm. Smart Objects.

Der Zyklus "handzahm. smart objects" thematisiert die Heilsversprechen, die die Technologieentwicklung in Aussicht stellt: eine mühelose, zufriedenere und intelligente Welt versprechen uns technologische Neuerungen. Eine Welt, in der wir Zeit sparen, in der uns smarte Objekte zu besserer sozialer Interaktion, weniger physischem Aufwand, mehr Wissen, Sinn und Kreativität sowie zielgerichteter Verwirklichung von Werten zu verhelfen scheinen.

Diese Objekte freilich sind außerdem leicht - ja kinderleicht! - zu bedienen, einfach und selbst erklärend, sind sie. Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema bedient sich einerseits der visuellen Sprache der Technologieentwicklung und verwendet daher icons als zentrale Bildmetaphern. Ihnen zugrunde liegt die expressive Malerei des vierjährigen Lennox, der während einem halben Jahr gemeinsam mit der Künstlerin im Atelier am Zyklus gearbeitet und die farbenfroh, aus Erwachsenensicht abstrakt anmutenden Objekte teils auch so bezeichnet hat, wie sie später als icon repräsentiert wurden. Andererseits verwendet die Künstlerin Textmaterial und zitiert Werbeslogans diverser technologieaffiner Firmen wortwörtlich oder in leicht modifizierter Form. Zusammengenommen ergibt sich eine Text-Bild-Montage, die das vordergründig notwendige und hinterlistig kommunikativ naive Schaubild technologischen Zaubers mit Humor aufgreift und gleichwohl als fast religiös behaftetes Heilsversprechen enttarnt. Die diesjährig entstandenen 30 Exponate sind in Acryl und Gouache auf Papier gefertigt.

Zyklus handzahm. online

Zyklus vergessen. Enteignung der Vergangenheit Gegenwart Zukunft.

Dieser Zyklus beschäftigt sich mit dem Phänomen des Vergessens und fragt, inwiefern Vergessen in unserer Gesellschaft mit einer Enteignung der Persönlichkeit, deren Identität maßgeblich an Erinnerungen und Antizipation gebunden ist, einhergeht. Damit wird eine mögliche Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod befragt. Vergisst man sich selbst in seiner Existenz oder im zeitlich-örtlich-sozialen Zusammenhang (bspw. Demenz), ist eine Positionsbestimmung schwierig bis hin zur Frage, ob dieser sich vergessene Mensch näher dem Tod oder dem Leben steht. Mit den Exponaten wird eine Auseinandersetzung angeregt, was über etwaige biologische Faktoren hinaus das Leben oder den Tod definiert.
Der Zyklus besteht aus 27 Exponaten, ist fast durchgehend monochrom in Blau gehalten und auf alten Textilien dargelegt.

Zyklus vergessen. online


Zukunftsgespräche

 

Die Mission der FH Campus Wien ist es, Zukunft mit Bildung zu gestalten. Die Veranstaltungsreihe „Zukunftsgespräche“ der FH Campus Wien greift diesen Anspruch unmittelbar auf. Namhafte Gäste aus dem In- und Ausland diskutieren mit den ExpertInnen der FH über die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und die Grenzen, an die man bei deren Lösung bisweilen stößt. Die Zukunftsgespräche suchen nach Ansätzen für die Zukunft und bieten Raum für öffentlichen Diskurs.

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