Interview mit Gerhard Engelmann

Was unterscheidet den Studiengang Embedded Systems Engineering an der FH Campus Wien von der TU Wien?

Mikrocomputersysteme sind einer laufenden Entwicklung unterworfen. Daher sehe ich den größten Unterschied darin: Studierende der TU Wien beschäftigen sich vorrangig mit der Leistung von solchen Systemen. Es geht um eine Steigerung der Rechengeschwindigkeit bei gleichzeitiger Miniaturisierung, aber auch um Energiebedarf. Kurz, die Beschäftigung mit der Materie selbst steht dort im Vordergrund. An der FH Campus Wien beschäftigen wir uns mit dem interdisziplinären Einsatz von Mikrocomputersystemen. Das kann in der technischen Gebäudeausstattung sein oder auch im Gesundheitsbereich. Diese Mikrocomputersysteme durchdringen jeden Bereich des Alltags - wir finden Wege, um diese interdisziplinär sinnvoll einzusetzen.

Welche Trends gibt es auf diesem Gebiet?

Zunehmend geht der Trend dahin, Systeme mit einer gewissen Eigenintelligenz auszustatten. Diese sollen selbst eine Situation wahrnehmen bzw. interpretieren und gegebenenfalls entsprechend reagieren. Im Bereich maschinelles Lernen hat es diesbezüglich bereits einen Paradigmenwechsel gegeben.

Prinzipiell geht es darum, die Umgebung wahrnehmbarer zu machen. Es gibt ja bereits Autos, die Verkehrsschilder oder Fahrspuren erkennen. Kameras, Radar- und Infrarotsensoren erfassen einen immer größeren Umgebungsradius; das Fahrzeug "erkennt" etwaige Gefahren, die man selbst vielleicht übersehen hätte. Wearables sind ebensolche Mikrocomputer, die Funktionen entweder im Lifestyle oder Gesundheitsbereich haben. Diese werden am Körper getragen - als Brille oder Armband - und sammeln Daten, die aufschlussreich für Verhaltensoptimierungen sein können.


Studiengang

Embedded Systems Engineering

Masterstudium, berufsbegleitend

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