Interview mit Gerold Unterhumer

Es gibt derzeit einen großen Bedarf an Radiologietechnolog*innen. Woran liegt es, dass plötzlich mehr Fachleute gebraucht werden?

Die Nachfrage nach Radiologietechnolog*innen (RT) war schon immer groß. In naher Zukunft wird ein Schwerpunkt in der Strahlentherapie liegen. Aber auch der niedergelassene Sektor (private Institute) braucht Radiologietechnolog*innen in der bildgebenden Diagnostik, wie zum Beispiel in der Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Muss ich eine Mathematik- oder Physik-Koryphäe sein, um im Studium zu bestehen?

Nein, denn dann sollten Sie besser "Technische Physik" oder "Versicherungsmathematik" studieren!
Im Ernst: ein Grundverständnis ist wichtig. Wenn ein*e Patient*in entsprechend seines*ihres Körpergewichts Kontrastmittel für eine Untersuchung verabreicht bekommt, muss die/der Radiologietechnolog*in in der Lage sein, dies richtig zu berechnen bzw. die korrekte Dosis zu verabreichen. Weiters ist für die Bearbeitung von digitalen Bilddaten in der Medizin unter Einsatz von Software ein rechnerisches Verständnis hilfreich.

Was ist für Sie persönlich das Interessante an diesem Beruf? Was mögen Sie daran besonders?

Ich selbst habe sechs Jahre als Radiologietechnologe in der Praxis gearbeitet. Mich hat stets der direkte Kontakt mit Menschen fasziniert, denen ich versucht habe ihre möglichen Ängste vor einer Untersuchung durch Information zu nehmen. Und auch der technologische Fortschritt in diesem Bereich ist für mich ein besonderer Reiz. Alle drei bis fünf Jahre kommen neue Gerätegenerationen z. B. in der CT oder MRT auf den Markt. Ständige Fort- und Weiterbildung ist für Radiologietechnolog*innen ein Muss!

Bin ich in der Praxis einer erhöhten Strahlung ausgesetzt?

Strahlung, in allen Formen umgibt uns im modernen Leben, z. B. strahlt ein Smartphone oder der Net Cube, für das mobile Internet. Aber auch in jeder Küche gibt es einen Mikrowellenherd. In der medizinischen Diagnostik und in der Therapie kommt seit langem energetische Strahlung zum Einsatz. Im Studium lernen Sie den sicheren, risikoarmen und geringstmöglichen Umgang mit Strahlen, sodass Sie auch als "StrahlenschutzbeauftragteR" tätig sein können. In der Praxis sind auf den Dosimetern, die Sie zur Überwachung einer möglicherweise erhöhten Strahlung tragen werden, keine höheren Werte abzulesen.

Welche Chancen habe ich als ausgebildete Radiologietechnolog*in im Ausland zu arbeiten?

Absolvent*innen sind sehr gefragt, vor allem im Inland. Es handelt sich um einen geregelten Gesundheitsberuf. Der Abschluss ist international anerkannt. Die Voraussetzungen zur Berufsanerkennung hängen vom jeweiligen Land ab. Insbesondere in Deutschland und in der Schweiz sind unsere Absolvent*innen sehr gerne gesehene Mitarbeiter*innen. Dort ist die Berufsanerkennung üblicherweise ein formaler Akt. Jedenfalls ermöglicht der Bachelor-Abschluss das Weiterstudium in einem fachverwandten Master.

Studien- und Lehrgänge

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