News und Events

Kein Präsenz-Lehrbetrieb bis Semesterende

Die Standorte der FH Campus Wien bleiben bis Semesterende (20. Juli) geschlossen. Für Ausnahmefälle gelten vor Ort verbindliche Verhaltens- und Hygienemaßnahmen.

20.02.2020

Bedrohungslagen: Wirtschaft – Staat – Privat

Am 7. Februar lud das Austrian Center for Intelligence, Propaganda & Security Studies (ACIPSS) in Kooperation mit dem Fachbereich für Risiko- und Sicherheitsmanagement der FH Campus Wien sowie dem Verband der akademischen Sicherheitsberater Österreichs (VASBÖ) zur 30. ACIPSS-Tagung.

Die Referent*innen stehen nebeneinander im Vortragssaal

Die Referent*innen Maximilian Schubert, Günther Neukamp, Beatrice Preßl, Yvonne Prinzellner mit den ACIPSS-Vertretern Paul Schliefsteiner (Direktor) und Thomas Goiser (Wien-Repräsentant)

ACIPSS-Direktor Paul Schliefsteiner und sein Team konnten über 40 Sicherheitsfachleute an der FH Campus Wien begrüßen. Die Vorträge deckten eine große Bandbreite rund um das aktuelle Thema „Bedrohungslagen: Wirtschaft – Staat – Privat“ ab.

Das österreichische Regierungsprogramm im Sicherheitscheck

Im Einführungsvortrag analysierte der Unternehmensberater und ACIPSS-Repräsentant in Wien, Thomas Goiser, das österreichische Regierungsprogramm 2020-2024 aus der Perspektive des unternehmerischen Risiko- und Sicherheitsmanagements. Über das 326-seitige Dokument verteilt findet sich eine Reihe von Hinweisen, auf die sich Unternehmen in den kommenden Jahren einstellen und gegebenenfalls vorbereiten können. Der Schwerpunkt lag auf Fragen der kritischen Infrastruktur und angekündigten Initiativen in den Bereichen Cybersicherheit und Katastrophenschutz.

Social-Media-Informationen für Bedrohungsanalysen?

Die beiden Forscherinnen Beatrice Preßl und Yvonne Prinzellner des Fachbereichs Risiko- und Sicherheitsmanagement an der FH Campus Wien stellten die Ergebnisse ihres aktuellen Projekts „The Role of Social Media Analysis in Security Management“ vor. Ihrer Beurteilung zufolge sind Social Media vor allem im ersten der drei Analyseschritte („Ansprechen – Beurteilen – Folgern“) bedeutend. Besonders für die Beantwortung der Frage „Was ist passiert?“ sind brauchbare Informationen aus den Social-Media-Kanälen verwendbar. Bereits beim zweiten Schritt, der Beurteilung, sind die Möglichkeiten aber eingeschränkt. Soziale Medien sind nicht als primäre Hauptquelle der Open Source Intelligence (OSINT) zu sehen. Weiters wurde die Reduktion der Analysearbeit durch diverse Tools, sowie die Implikationen „User“ als Analyseobjekte zu betrachten, angesprochen.

Cyber Crime als Unternehmensrisiko

Der Risikomanagementberater Günter Neukamp widmete sich dem Thema „Corporate Risk Management – Konkrete Bedrohungslage 2020“. Loss Prevention, Cyber Crime und Fraud Prevention sind Herausforderungen für jedes Unternehmen. Branchen- und kontextspezifische Schutzziele, Bedrohungen und Verwundbarkeiten müssen dabei berücksichtigt werden. Es braucht praxisorientierte Risikobewertungen und die Synchronisierung von Sicherheitsmaßnahmen mit Unternehmens- und Sicherheitsprozessen. Neukamp plädierte aufgrund stetig steigender Systemkomplexitäten und regulatorischer Erfordernisse für integrierte Lösungsansätze. Anhand konkreter Beispiele wie der kommerziell angebotenen Datenvernichtung, wies er auf diverse Systemlücken und Probleme hin.

Beweismittel vs. Datenschutz  

Mit seinem Vortrag „Die Zukunft des grenzüberschreitenden Zugangs zu elektronischen Beweismitteln“ präsentierte Maximilian Schubert, Generalsekretär des Branchenverbandes ISPA - Internet Service Providers Austria, zum Abschluss eine detaillierte Analyse zu rechtlichen, als auch praktischen Herausforderungen in der Bekämpfung digitaler Kriminalität. Den Schwierigkeiten im administrativen Ablauf, vor allem wie Strafverfolgungsbehörden auf Daten zugreifen können und gleichzeitig die jeweiligen (Grund-)rechte gewahrt bleiben, wurde dabei besonders Rechnung getragen. Diese Problematik beschäftigt nicht nur Internetserviceprovider im unternehmerischen Alltag, sondern ist ebenso Anlass für diverse Gesetzgebungsverhandlungen auf europäischer und internationaler Ebene.

Rege Diskussionsbeteiligung

Die 30. ACIPSS Tagung zeichnete sich nicht nur durch einen regen Zulauf interessierter Besucher*innen, Branchenvertreter*innen und der Behörden aus, sondern durch einen äußerst interaktiven Diskurs mit den Vortragenden. Die Thematisierung tagesaktueller Sicherheitsfragen konnte somit ein weiteres Mal durch eine gelungene Kooperation von Forschung und Wirtschaft sichergestellt werden.

Das Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS) ist ein international ausgerichtetes Forschungs- und Kompetenzzentrum, das sich der Erforschung, Untersuchung und Analyse von Intelligence, Propaganda und Sicherheit verschrieben hat. Neben der Wissenschaft im traditionell-historischen Kontext soll das Zentrum auch der Analyse von gegenwärtigen Problemen dienen. Auf diese Weise wird die historische Forschung mit aktuellen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts in Verbindung gebracht. Das Zentrum wird von der Österreichischen Gesellschaft für Geheimdienst-, Propaganda- und Sicherheitsstudien (ÖGGPS) getragen. Neben der Kooperation mit der Karl-Franzens-Universität Graz gibt es seit Jahren auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Risiko- und Sicherheitsmanagement der FH Campus Wien.