3 Fragen 3 Antworten mit Sejla Salic

„Wir sind Teil einer Start-up-Community“

Sejla Salic, Studentin der Molekularen Biotechnologie, war eine von 18 ÖsterreicherInnen, die unter 800 für eine Teilnahme am Start-up-Programm "Austria to Austin" der US-Botschaft ausgewählt wurden. Mehr zum US-Trip

Nach einem Kolleg in der Rosensteingasse absolvierte Sejla Salic das Bachelorstudium Bioengineering. Aktuell studiert sie Molekulare Biotechnologie und steht kurz vor der Master Thesis. Neben dem Bachelorstudium arbeitete sie für zwei Start-ups: Signalomics GmbH zur Entwicklung eines Imaging Agent für Darmkrebs und für die Haplogen GmbH im Bereich Drug Discovery.

Sejla Saliv Portrait

Warum hat Sie das Start-up-Programm angesprochen?

Dort sehe ich meine berufliche Zukunft. Ich hatte selbst schon eine Start-up-Idee, nämlich eine Plattform für sozial benachteiligte SchülerInnen zu entwickeln, über die sie mit MentorInnen aus Unternehmen zusammenkommen. Gerade junge Menschen aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund brauchen häufig mehr persönliche Orientierungshilfe und Förderung bei der Job- und Ausbildungswahl. Ein Zeitungsartikel hat mir bewusst gemacht, dass es in Österreich noch viel zu wenig Mentorship-Angebote in diese Richtung gibt. Ich selbst bin im Kindergartenalter als Flüchtling mit meiner Familie aus Bosnien-Herzegowina ins Burgenland gekommen. Es waren Lehrer, die mein Potenzial gesehen und mich besonders gefördert haben. Und ich habe bereits Start-up-Erfahrung: während des Bachelorstudiums habe ich für zwei Start-ups gearbeitet. Einer der Gründer des zweiten hat eine Professur in Oxford bekommen und mir nach meinem Bachelorabschluss die Chance gegeben, das Labor dort ein Jahr lang mitaufzubauen.

Wie unterscheidet sich die Start-up-Kultur in den USA von jener in Österreich?

In den USA werden Start-up-Ideen nicht durch ein "aber" gekillt, sondern durch ein "und" gepusht. Es geht darum, Stärken auszubauen und nicht Schwächen auszugleichen. Der Netzwerk-Gedanke ist in den USA bei Start-ups sehr stark, also das Gegenteil von einem einsamen Business. Co-Working-Spaces sind verbreitet, sich gegenseitig Hilfe anzubieten normal. Das Netzwerk funktioniert wechselseitig, wenn nicht heute, dann morgen. Scheitern ist anders als bei uns kein Drama. Bei der Finanzierung ist es selbstverständlich, dass auch Familie und Freundeskreis unterstützen. Besonders überrascht hat mich der "Studierenden-Bonus": Wir haben als Teil eines mehrtägigen Hands-on-Trainings in Gruppen Start-up-Ideen bis zu deren Realisierung durchgespielt und dafür eine Umfrage mit ca. 30 PassantInnen auf der Straße gemacht. Die Reaktionen waren sehr positiv und sich für Studierende und ihre Ideen Zeit zu nehmen, normal.

14 Tage in den USA - was bleibt?

Das US-Start-up-Programm fördert nicht nur entrepreneurial Skills und Know-how, sondern vor allem wichtige Netzwerke. Auf der dreitätigen Global Roundup Konferenz in Austin, an der wir teilnahmen, sprachen Start-up-GründerInnen, InvestorInnen und andere InputgeberInnen aus 16 verschiedenen Ländern. Wir besuchten Co-Working Spaces und Unternehmen wie Google Fiber oder Rackspace und hörten dort Gründergeschichten aus erster Hand, die uns inspirierten. An einem Abend trafen wir die österreichischen OSTA Delegation aus Washington, die unterstützt, wenn man eine Master Thesis oder einen PhD in den USA machen will. Was bleibt? Wir sind Teil einer globalen Start-up-Community und werden weiterhin regelmäßig zu den "Entrepreneurship Working Breakfasts" in die Residenz der US Botschaft eingeladen. So können wir mit der österreichischen Entrepreneurship-Szene netzwerken und US-Kontakte für mögliche Praktika nutzen. Nach diesen Erfahrungen bin ich mir jetzt sicher: Für mich kommt beruflich nur ein Start-up in Frage, zumindest möchte ich wieder für ein Start-up arbeiten. Dort herrscht ein besonderer Spirit - im Vordergrund steht die gemeinsame Begeisterung, etwas auf dem Weg zu bringen.

Mehr zum Start-up-Programm "Austria to Austin"


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