Bild: 3D-Grafik FH Cmapus Wien

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Technik – Frauen – Vielfalt: Diversität als Erfolgsfaktor für Bildungsinstitutionen

Gabriele Heinisch-Hosek (BM für Frauen und öffentlichen Dienst)
© Thomas Preiss
Das mittlerweile immer wichtigere Zusammenspiel von Diversität und Technik stand im Fokus der Themenveranstaltung der Abteilung Gender & Diversity Management im Rahmen der Eröffnungswoche der FH Campus Wien am 25. 11. 2009. Unter der Leitung von Mag.a Eva Linsinger (profil) diskutieren VertreterInnen der Wirtschaft, der technischen Schulen und der Hochschulen über Diversität und Gender als Chance und Notwendigkeit in der Bewältigung zukünftiger bildungs- und technologiepolitischer Herausforderungen.

Bereits in ihren einführenden Begrüßungsworten machte Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst, die Problematik deutlich: „Frauen in der Technik sind immer noch Pionierinnen. Ich wollte, ich könnte bereits etwas anderes sagen im Jahr 2009.“

Gender und Diversity in der Technik

Im anschließenden Impulsreferat zeigte Prof.in Dr.in Ingelore Welpe (FH Kiel, shrmacademy) auf, dass Gender- und Diversity-Aspekte nicht nur in allen Lebensbereichen, sondern vor allem auch in der Technik relevant werden sowie benannt und genutzt werden müssen. Technische Wirtschafts- und Bildungsinstitutionen haben bisher aber weitgehend verabsäumt, das positive Potential dieser Zugangs- und Reflexionsweise zu erkennen. Technik wird so zunehmend unattraktiv für interessierte Zielgruppen, die sich mit dem Image technischer Fächer nicht identifizieren können.

Darüber hinaus würde durch die Aufnahme von Gender- und Diversity-Themen in die Lehrpläne nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen vermittelt, die von enormer Bedeutung in der zunehmend heterogenen Arbeitswelt sind. Bildungsinstitutionen haben für Ingelore Welpe den klaren Auftrag, sich diesen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und ihre eigene Diversität zu erkennen.

Vielfalt in der Lehre
In einer anregenden Podiumsdiskussion bestätigt Mag. Bruno Kirschner, Abteilungsvorstand und Professor an der HTL Wien 10, diese Forderung. Der hohe Anteil an SchülerInnen mit Migrationshintergrund an seiner Schule macht flexible und individuelle Herangehensweisen an den Unterricht nötig.

FH-Prof.in Mag.a Ulrike Alker, MA, Leiterin der Abteilung Gender & Diversity Management, ergänzt, dass der Weg in Richtung geschlechter- und diversity-gerechte Didaktik gehen muss: „Geschlechtergerechte Didaktik ist einfach gute Didaktik, die das Individuum in seiner Besonderheit wahrnimmt.“

Für Hans Jablonski, Dipl.-Vw., Berater zu Diversity Management der Firma JBD Jablonski Business Diversity, ist der erste Schritt für Bildungsinstitutionen das Erkennen des Vorteils, den die Implementierung von diversity-gerechten Prozessen bringt, auch im Wettbewerb mit anderen: „Dies hilft nicht nur in der Reputation, durch offenere und vielfältigere Repräsentation, sondern auch in der inhaltlichen Kompetenz.“

Vielfalt in Unternehmen

Gerade in Österreich und Deutschland hat sich diese Überzeugung noch nicht durchgesetzt, sagt Mag.a Monika Kircher-Kohl, CEO von Infineon Technologies Austria. Dies bremst das kreative Potential und bringt enorme Nachteile für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wenn wir es nicht schaffen, diverser zu werden in unseren Forschungsteams, nehmen wir uns kreatives Potential und damit Wettbewerbschancen!“
Somit muss sich dieses Bewusstsein auch in der Ausbildung bemerkbar machen, wenn diese den Anforderungen der Wirtschaft gerecht werden will. Veränderte Zielgruppen mit immer vielfältigeren Bedürfnissen und unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen erfordern neue Blickwinkel und flexible Handlungsmöglichkeiten in Organisation und Lehre.

Mit den Projekten „Potential durch Vielfalt“ und „Die Technik ist weiblich“ reagiert die FH Campus Wien auf diese Herausforderungen. Als innovative Bildungsinstitution – das Bekenntnis zu Gender Mainstreaming und Diversity Management ist bereits seit 2006 im Leitbild der FH verankert – ist es an der FH Campus Wien klares Ziel, Studierende mit ihren vielfältigen sozialen und kulturellen Hintergründen wahrzunehmen und ihrer Individualität und individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.

 

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